Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

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 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 8 September 2003

Den Amerikanern ein Vietnam im Irak

Mitte Juli kam Abd al-Jabbar al-Kubaisi nach Österreich. Der vom Ba‘th-Regime verfolgte Iraker ist Mitglied der Patriotischen Irakischen Opposition und gehört damit trotz leidvoller Erfahrungen zu jenen Aufrechten, die nicht mit den Amerikanern im Krieg kollaborierten. Zwar lange im Exil, hielt der ehemalige Offizier doch den Kontakt in den Irak und ist ein intimer Kenner der dortigen Situation. Auf einer Veranstaltung der bruchlinien und bei einer Pressekonferenz erläuterte seine Versuche, den Widerstand in einer nationalen „Befreiungskoalition“ zu vereinen.


Zunächst sprach al-Kubaisi zu den Gründen für die plötzliche und unerwartete Niederlage des Iraks durch den Fall Bagdads am 10. April. Kubaisi erwähnte, dass die Gefechte im Vorfeld Bagdads einen solchen Kollaps nicht voraussehen hätten lassen, trotz der 23.000 Tonnen abgeworfener Clusterbomben. Umso überraschender sei die Dimension der Niederlage, wenn man berücksichtige, dass sich der überwiegende Anteil der Verteidigungsvorbereitungen eben auf Bagdad konzentriert hätte. Die Hauptkräfte der wohlbewaffneten und trainierten Republikanischen Garden wären dort stationiert gewesen, ein Tunnelnetz hätte alle wichtigen Punkte miteinander verbunden und konzentrische Ringe zum Teil mit Öl gefüllter und entzündeter Gräben hätten die Stadt umgeben. Wie konnte der Fall dann doch so spontan eintreten?
Die Antwort liege in den drei Faktoren fehlende Kontrolle, mangelhafte Vorbereitung und falsche strategische Einschätzung. So hätten die Amerikaner bereits Monate vor den kriegerischen Auseinandersetzungen insgesamt 14 Offiziere der Republikanischen Garden gekauft, von denen drei wichtige Funktionen innehatten und der Prominenz des Regimes zuzurechnen waren, nämlich der Generalsekretär der Armee, der Kommandeur der Bagdad-Sektion der Republikanischen Garde, Maher Sufyan, und der Bürochef von Kursai und Sohn des Armeesekretärs Ali Hussain Abd al Rashid. Auf diese Weise hätten sich die Amerikaner Informationen über die Widerstandskraft und die Verteidigungsvorbereitungen verschaffen können. Die Kontrolle über die Einheiten und die Verteidigung Bagdads wäre vollkommen destabilisiert gewesen, Befehle seien nicht befolgt bzw. unterminiert worden. Im entscheidenden, vereinbarten Augenblick wären in einer geplanten Aktion und unter dem Vorwand der Truppenverstärkung zwei Einheiten von je ungefähr 20.000 Mann zu bestimmten Punkten außerhalb Bagdads geschickt worden, ebenso sei dies mit den Fedayin-Verbänden geschehen, die zu einer Brücke entsandt wurden. Dort hätten bereits die Hubschrauber der Amerikaner gewartet und hätten die Einheiten mit speziellen Massenvernichtungswaffen vollkommen ausgelöscht.
Zwischen dem 7. und 9. April, während welcher Zeit Bagdad praktisch sich selbst überlassen gewesen wäre, hätten die Amerikaner den Erfolg der Operation überprüft. Als sie auf keine nennenswerte Gegenwehr mehr gestoßen seien, wären sie in Bagdad eingerückt. Als eine der ersten Aktionen seien die Gebiete der Vernichtungsaktion vollständig abgeriegelt und militärisch gesperrt worden, so dass niemand hinein- oder hinausgekommen wäre, die Überreste der Garden seien in Massengräbern verscharrt und soweit möglich alle Spuren beseitigt worden, erläuterte al-Kubaisi.
Allerdings hätte Saddam Hussein auch bis zuletzt einen tatsächlichen Krieg nicht erwartet, und kaum eine der notwendigen Maßnahmen im Angesicht einer solchen Bedrohung wie durch die amerikanischen Streitkräfte getroffen. Ein weiterer wesentlicher Grund wäre also die Unfähigkeit der Regierung Saddam Hussein gewesen, einen wirklichen „Volkskrieg“ zu entfachen, also das Volk mit effektiven Waffen auszustatten und vor allem auch zu organisieren. Im Gegensatz zu kämpfenden Spezialtruppen wäre ein solcher nicht durch Verrat zu beenden gewesen und hätte den Vormarsch der Amerikaner sowie die Sicherung eroberten Gebietes erschwert. Bagdad und die größeren Städte hätten im Kampf Haus zu Haus erobert werden müssen. So aber sei mit der Vernichtung der Garden ein Vakuum der Desorientierung entstanden. Durch die extrem lange Zeit der Vorankündigung des Krieges, während der sich Leute aus allen Teilen der Welt im Irak aufhielten, sei es den Amerikanern auch möglich gewesen, ein weit gespanntes Netz der Informationskontrolle zu spannen. Hunderte CIA-Agenten hätten die Armee unterminiert, so seien allein bei den arabischen Fedayin, die zur Unterstützung Saddam Husseins gekommen waren, 27 Agenten enttarnt und verhaftet worden.

Kunst- und Frauenhandel

Dann wandte sich al-Kubaisi dem zu, was die USA unter den Schlagworten „Demokratie“ und „Demokratisierung“ der Welt verkaufen wollen und wofür allein in den zwei ersten Juliwochen 350 Häuser zerstört worden seien. In Fallujah, einem Kerngebiet des Widerstandes seien bisher schon sechsmal so etwas wie „Stadtdurchsuchungen“ durchgeführt worden, worunter die Plünderungen und Zerstörungen durch US-Truppen auf der vermeintlichen Suche nach Saddam Hussein und seiner Familie zu verstehen seien. Ein jedes Haus würde auf den Kopf gestellt, die Türen eingetreten, Möbel mit der Bemerkung: „We’re searching for Saddam“ zertrümmert und alle Wertgegenstände entwendet. Die US-Truppen gingen mit äußerster Brutalität und Systematik vor. Immer wieder würden der Öffentlichkeit auch Spitzen dieses Eisberges bekannt, dessen Dimension sich erahnen lässt, wenn man eins und eins zusammenzählt. Etwa der bekannte Fall des Bagdader Museums mit all den babylonischen Kunstschätzen, der weltweit für Aufregung sorgte. Dass 2300 wertvolle und unschätzbare Stücke von plündernden Massen entwendet würden, sei schlicht und einfach unmöglich, wenn man wisse, dass zahlreiche Exponate in doppelt gesicherten Eisentruhen verwahrt wurden bzw. in Tresorräumen, oder dass die US-Einheiten die leicht zu bewerkstelligende Entsendung auch nur eines einzigen Panzers zum Schutz verweigert hatten. Ganze Statuen seien mit Bulldozern weggeschafft worden. Seltsam auch, dass die Einfuhrgesetze für Kunstgegenstände in die USA ausgerechnet vor dem Irakkrieg liberalisiert worden seien.
Im Schatten der US-Präsenz bilde sich eine Mafia aus Amerikanern und Kollaborateuren, so al-Kubaisi weiter, die im quasi rechtsfreien Raum jede nur mögliche Form der Kriminalität betrieben. Ein schreckliches Indiz dafür sei der besonders tragische Fall, der durch die UNICEF der Weltöffentlichkeit bekannt wurde. In Bagdad hätte es zu Beginn der neunziger Jahre insgesamt 58 modern ausgestattete und weiträumige Waisenhäuser mit insgesamt 15.000 Kindern gegeben, die darin untergebracht waren. Nach dem ersten Golfkrieg hätte der Irak eingewilligt, dass die UNICEF die Betreuung dieser Heime übernahm. Genaue Listen, die die Waisen erfassten, hätten den ordnungsgemäßen Ablauf gewährleisten sollen. Nach dem Fall Bagdads hätte die UNICEF Mitarbeiter entsandt, die die Situation vor Ort inspizieren wollten, aber lediglich ein einziges dieser Heime intakt vorfanden. Die anderen Kinder waren und blieben vorerst verschwunden. Nach einiger Zeit intensiver Nachforschungen gelang es, einige Kinder ausfindig zu machen, die durch Drogenverkauf in der Nähe des Palestine-Hotels ihr Dasein fristeten und grausige Auskünfte über Menschen- und Drogenhandel (Mädchen z.B. wurden als Gebrauchsgegenstände verkauft) sowie erzwungene Kinderkriminalität gaben, ein Geschäft in das amerikanische und dänische Soldaten verwickelt waren. Angst hätte es den Kindern unmöglich gemacht, zurückzukehren, weil ihnen für diesen Fall der sichere Tod angedroht wurde. UNICEF, die den Fall genau dokumentierte, musste, da sie die Sicherheit nicht garantieren konnte, resignieren.
Auch die immer wieder vom Westen ins Treffen geführte „Befreiung der arabischen Frau“ sei nicht in Sicht, im Gegenteil: Die Zusammenarbeit der Amerikaner mit dem reaktionärsten Teil des Islams mache es möglich, dass Frauen an der Universität nicht mehr unterrichten oder hören dürfen, männliche Gynäkologen andererseits an der Ausübung ihrer Praxis gehindert würden.
Von solcher Art sei die amerikanische Export-Demokratie jenseits jener „Realität“, wie sie die Medien aus der Sicherheit ihrer geschützten Enklaven transportieren.

Der Widerstand

Al-Kubaisi ging auch auf den Widerstand gegen die Besatzung, den mittlerweile selbst diese Medien nicht ignorieren können, ein. Schon mit einer kleinen Demonstration von knapp 500 Menschen am 10. April in Bagdad lasse sich der Beginn des Widerstandes ansetzen und bereits zwei Wochen später sei es zu ersten bewaffneten Auseinandersetzungen gekommen. Dass die amerikanische Militärmacht alles andere als unverwundbar ist, habe schon die Schlacht am Flughafen von Bagdad gezeigt, wo vierhundert irakische Soldaten, aber auch 58 Amerikaner gefallen seien. Ihre rücksichtslose und ignorante Besetzungspolitik mache es dem Widerstand möglich, gewaltige Dimensionen anzunehmen. In Bagdad seien jeden Abend nach elf Uhr Feuerwechsel zu hören. Sogar US-General Tony Franks spreche von 15 bis 25 Attacken auf amerikanische Truppen pro Tag. „Dass dabei zwar Panzer zerstört werden, aber niemand stirbt, ist unglaubwürdig. Denn selbst amerikanische Panzer brauchen eine Besatzung.“ Als Beispiel könne eine Operation vom 6. Juni in der Nähe der syrischen Grenze gelten. Ein amerikanischer Konvoi von 50 Tanks sei in einen Hinterhalt geraten, 82 Soldaten seien getötet und 11 Tanks komplett zerstört worden. In den Medien wurde lediglich von einem Toten gesprochen, den die US-Militärs einräumten. Eine Zahl von 5-10 getöteten US-Soldaten pro Tag sei hingegen realistischer als die Zahlen aus dem „Central Command“.
Ein weiteres Anzeichen für die Massivität des Widerstandes und die auf Dauer unerträglichen Verluste der Amerikaner sei deren Bestreben, eigene Vor-Ort-Truppen sukzessive durch polnische und sogar indische Armeekräfte zu ersetzen.
Zur Zeit seien drei Gruppen kämpferisch aktiv. Die zur Zeit organisatorisch, finanziell und militärisch am besten ausgestattete Gruppe sei jene, vor allem aus Überlebenden der ehemaligen Republikanischen Garden und Teilen der Armee gebildete um Saddam Hussein und seine Brüder [die inzwischen gefallen sind; d. A.]. Ihr Aktionsradius reiche von Bagdad nach Westen und Norden bis zur Tigrislinie.
Offiziere der Armee, die sich vom ehemaligen Präsidenten abgespalten hätten und autonom agieren, bilden eine weitere Gruppe, die ihre Operationen bis nach Hadithah ausdehnen könne.
Eine dritte, vor allem in Bagdad und den Armenvierteln der großen Städte aktive Gruppe setze sich aus verschiedensten, großteils jugendlichen Kräften zusammen und werde „Jugend der Moschee“ („Youth of the Mosque“) genannt. Überwiegend handle es sich um Menschen mit religiöser Überzeugung, aber auch demokratische und säkulare Kräfte hätten sich in der „Jugend der Moschee“, die großes Wachstumspotenzial habe, organisiert.
Bewaffnung und Finanzierung seien keine wesentliche Schwierigkeit, da man sich im Irak zurzeit Waffen leichter verschaffen könne als Brot. Die traditionellen Familienstrukturen im Irak würden günstige Voraussetzungen für einen Befreiungskampf schaffen. „Wir haben nichts zu verlieren als unser Leben“, meinte al-Kubaisi. „Und für jeden gefallenen Kämpfer rücken zwei Brüder oder Schwestern in den Widerstand nach“, erklärte er den Zusammenhang von Kinderreichtum und Kampfkraft, auch die Versorgung der Kämpfer werde durch die Familien geleistet. Andererseits gebe es viel zu gewinnen, denn die Kampf- und Opferbereitschaft für das gemeinsame Ziel, die amerikanische Besetzung des Irak zu beenden und das eigene Land zu befreien, sei sehr hoch. Die USA würden das sehr unterschätzen.

„Dieser Krieg ist anders als der in Afghanistan“

Der frühe Beginn des Widerstandes sei überraschend gekommen und hätte selbst die dahin Orientierenden überrascht, die zumindest drei Monate Vorbereitungszeit veranschlagt hatten. Zurzeit seien die Kämpfe aber noch im Wesentlichen auf die sunnitischen Gebiete mit dem Zentrum Bagdad konzentriert. Doch bereits jetzt sich erste Zeichen eines beginnenden Befreiungskampfes im schiitischen Süden zeigen, die zwar noch schwach ausgeprägt seien, aber innerhalb weniger Monate sich ausweiten und die USA in ernste Bedrängnis bringen könnten.
Zwar bilde der konservative Klerus die wesentliche und vielleicht einzige Stütze der USA bzw. eines Marionettenregimes, aber er gerate zunehmend unter Druck einerseits durch seine radikalen Teile, die offen den Kampf gegen die Besatzung fordern, andererseits durch die Masse der Gläubigen, die z.B. angesehene geistliche Oberhäupter und Prediger verjagen, wenn sie eine versöhnlerische Haltung nach außen kehren und einbekennen. Zudem seien die ländlichen Gebiete rund um die Städte Stammesgebiet, über das schwer Kontrolle auszuüben sei und wo nicht dieselben Voraussetzungen und ökonomischen Aspekte wie in den Städten herrschen. Dort kehre man sich nicht an der Religion, wenn es um die Politik geht, sondern sei in erster Linie Araber, an zweiter Stelle Iraker, an dritter Stelle Muslim und erst an vierter Stelle Schiit oder Sunnit. Zwar hätten die Amerikaner hier die Stammesführer zu bestechen versucht, aber das sei keineswegs überall gelungen. Die vielbeschworenen ethnischen Unterscheidungen seien erst seit zehn Jahren aktuell.
Die Behauptungen der Amerikaner wonach „al-Qa‘ida“ im Irak operieren würde, seien eine bloße Propagandalüge, um den Eindruck zu erwecken, der Widerstand würde von außen ins Land getragen. Diesem Eindruck sollten auch diverse Flugblätter und Kommuniqués dienen, die in bewusst schlechtem Arabisch sich als „Befreiungskräfte“ präsentieren, aber auf die Amerikaner zurückgehen.
Dann sprach al-Kubaisi über die Perspektive des Widerstandes. Es gelte, sich auf eine lange Dauer desselben einzustellen, fünf, sieben oder zehn Jahre. Ein Abzug der Amerikaner sei nicht in Sicht. Doch werde der Befreiungskampf bis zur Befreiung von den Amerikanern fortgesetzt. Oberste Priorität komme der Bildung einer nationalen Befreiungsfront zu, die alle Kräfte des Widerstandes vereine und den oft noch allzu spontanen Widerstand in organisierte Bahnen lenke. Auf die von österreichischen Journalisten gleichsam reflexartig gestellte Frage, ob das die Zusammenarbeit mit Saddam Hussein einschließe, oder ob sie diesen nicht lieber an die Amerikaner übergeben, antwortete Kubaisi spontan: „Warum sollten wir nicht mit ihm zusammenarbeiten? Unser Feind sind die Amerikaner. Jede Kraft, die für das Ziel der Befreiung kämpft, ist uns willkommen. Wenn er die Amerikaner bekämpft, ist er uns willkommen.“ Eine Gefahr, dass Saddam Hussein wieder Präsident werde, existiere auf gar keinen Fall.
Ein Konzept für den Befreiungskampf sieht al-Kubaisi im Bewusstsein der Notwendigkeit eines internationalen Antiimperialismus, unter dessen Zeichen der antiimperialistische Nationalismus stehe. Unmittelbar gehe es um die nationale Befreiung des Irak, ein Kampf, der aber in enger Verbindung mit dem Kampf der gesamten arabischen Welt und vor allem Palästinas stehe, da längerfristig der Imperialismus nur an vielen Fronten zu schlagen sei. Eine Niederlage der Amerikaner im Irak würde im ganzen arabischen Raum neue Voraussetzungen schaffen.
Schon die Briten hätten sich bei ihrer Kolonialisierung des Irak als Befreier feiern lassen und wurden doch nach nur zwei Jahren und zehn Monaten aus dem Land gejagt. Damals kämpften die Iraker mit Fischerspießen gegen Kanonen und hätten gesiegt. So wie die Briten den Irak unterschätzten, so würden ihn jetzt die Amerikaner unterschätzen, denn: „Dieser Krieg ist anders als der in Afghanistan.“ Afghanistan hätte Jahrzehnte eines aufreibenden Krieges hinter sich, ein zentralistischer Staat war aufgrund der sehr heterogenen Kräfte schwer aufrecht zu erhalten und die Amerikaner hätten es leicht, sich diese Heterogenität zunutze zu machen. „Im Irak aber haben sie einen ganzen modernen Staat eingerissen mit sozialen Einrichtungen, einer Verwaltung und Finanzen. Das alles ist zusammengestürzt. In Afghanistan haben sie es schwer, die Kontrolle und die Marionette Karsai zu behalten. Aber im Irak ist es den Amerikanern unmöglich, aus dem Nichts einen künstlichen Staat nach ihrem Muster zu schaffen.“ „Unser Ziel ist es, den USA ein zweites Vietnam im Irak zu bereiten!“

Martin Vinomonte