Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
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Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 21 Herbst 2007

Editorial


Eine Zelle von angeblichen Superterroristen wird in Deutschland ausgehoben, in Wien wird ein 22jähriger Anhänger eines radikalen politischen Islam zum „Sprecher der Al Kaida“ halluziniert und samt Ehefrau verhaftet. Im Falle des „Al Kaida Sprechers“ beginnen die Behörden ob der offensichtlichen totalen Übertreibungen ein wenig zurückzurudern. Dennoch beginnt eine bis dato beispiellose Hetzjagd auf alles moslemische. Derweil bereitet in Deutschland die Regierung im Namen des Kampfs gegen den Terrorismus den Angriff auf den Rechtsstaat vor: Da ist die totale Überwachung einerseits (Stichwort Bundestrojaner). Das Abgehen vom Prinzip, dass jemand eine konkrete Straftat begangen oder vorbereitet haben muss, um dafür verurteilt zu werden. Da ist auch die völlig hysterische Diskussion über Luftwaffen Offiziere, die den Befehl zum Abschuss von entführten Passagierflugzeugen verweigern könnten. Hier wird ganz offensichtlich eines suggeriert: Wir sind im Krieg gegen „den Terrorismus“, der Bundesbürger habe sich auf Opfer einzustellen, und die Bundesregierung ist bereit diese Opfer in Kauf zu nehmen, oder selbst abzuschießen. Sechs Jahre nach dem 11. September lässt sich offensichtlich auf Kommando eine antiislamische Terror-Paranoia auslösen. Deren Merkmale sind praktisch überall gleich.

Eine Debatte über die wirkliche Ursache von Anschlägen ist praktisch nicht mehr führbar: Leistet die offensichtliche Teilnahme an der US-Aggressionspolitik gegen den Irak, Afghanistan, den Iran und die Palästinenser eine Beitrag zur „Terrorgefährdung“ Deutschlands? Diese Frage kommt in den Medien gar nicht vor. Wer Anschläge wirklich verhindern möchte, der sollte sich mit der Logik und der Dynamik des globalen Krieges beschäftigen. Wer dieses außen vor lässt, dem geht es um Propaganda, nicht um Sicherheit.
Statt einer seriösen Debatte über die Ursachen von Anschlägen, wird alles in die Kulturkampf Matrix eingeschrieben. Der islamische Widerstand entzieht sich der rationalen Erklärung, weil Moslems als solche selbst nicht mehr rational betrachtet werden dürfen.

Die Moslems: Wir können sie nicht verstehen. Warum: weil sie Moslems sind. Sie sind sehr viele, sehr fanatisch, sind überall. Sie wollen sich nicht integrieren. Warum: weil sie Moslems sind. Sie machen Anschläge. Warum: weil sie Moslems sind. Diffuse Bedrohung, untereinander im Geheimen verschworen, mit großen Machtmitteln ausgestattet – das Ressentiment entzieht sich der rationalen Erklärung. Man setze Jude statt Moslem und bemerke, dass dem Antiislamismus heute die Funktion des Antisemitismus zufällt. Huntington hat für die USA einen äußeren Feind gefordert, der die amerikanische Gesellschaft im Inneren vereine. Gesucht – gefunden. Der ewige Islam gibt einen ausgezeichneten Feind ab.

Zum Inhalt dieser Ausgabe: Einen Schwerpunkt zu Kulturkampf und Terrorkrieg, ebenso wie den möglichen Angriff auf den Iran können wir für die nächste Nummer versprechen. In dieser Ausgabe findet sich allerdings ein ausgezeichnetes Interview mit einem Vertreter der afghanischen Linken – interessant, wenn man immer noch glaubt die Bundeswehr verteidige die Demokratie am Hindukusch. Und eine Rezension zu „300“: Hollywood in der Tradition von George Bush und Adolf Hitler.
Erster Schwerpunkt dieser Ausgabe ist die Strukturveränderung der Weltwirtschaft, die die Globalisierung gebracht hat. Wir haben die maßlose Bereicherung einer transnationalen Oligarchie unter „Angriff der Heuschrecken“ zusammengefasst, den Titel haben wir Jürgen Elsässer geklaut, dessen Buch wir auch rezensieren.
Zweiter Schwerpunkt: Menschenrechtsimperialismus und der Aufbau einer imperialen Kolonialjustiz – über die endgültige Aushebelung des Völkerrechts.
Dritter Schwerpunkt ist der Sozialismus. Nach der Katastrophe von 89/91 schien die Emanzipation der menschlichen Gesellschaft abgesagt. Es ist an der Zeit die Möglichkeit dieser Emanzipation zu rekonstruieren – wir haben jetzt angefangen.

Die Redaktion