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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

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Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 19 November 2006

Der Papst im Kulturkrieg

Der Papst ist in den Kulturkrieg gegen den Islam gezogen. Die liberale Linke findet das gut.


Ein Blick auf die medialen Darstellungen wie auf die diversen Internetforen macht klar, dass die Rede Josef Ratzingers vom vergangenen September in Regensburg heftigste Reaktionen auslöste, großen Widerhall findet, wobei dieser im Westen bislang fast ausschließlich in blanker Wut gegen Muslime und kritikloser Unterstützung Ratzingers besteht.

Was hat es mit Ratzingers Rede auf sich?

Eine Bewertung ist ohne Kenntnis des Volltextes der Rede unmöglich. Erst die vollständige Rede macht den Kern klar. Nicht die Beschreibung des Differenzen zwischen Islam und Christentum, die völlig korrekt ist, ist verwerflich, sondern deren Be(=Ab-)wertung durch Ratzinger. Ratzinger beschreibt: „Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit.“
Das ist korrekt und eine Facette des Hauptunterschieds zwischen Christentum und Islam. Das heutige Christentum vertritt (simplifiziert und verkürzt) folgende Gedankenkette und Paradigmen: Der Mensch ist Gottes Abbild. Der Mensch ist vernunftbegabt, also ist Gott Vernunft bzw. Vernunft göttlich. Da Gott Vernunft ist, ist vernüftiges Handeln gottgefällig und Unvernunft Gottes Willen zuwider.
Der Islam dagegen hat als Kernbotschaft: Gott ist Allmacht, ist für den Menschen unergründbar. Seine Handlungen und Weisungen sind von Menschen nicht zu hinterfragen, da wir nicht fähig sind, seine Weitsicht zu erkennen. Vielmehr ist es bereits gotteslästerlich, sich ein Bild von Gott zu machen. In diesem größeren Zusammenhang ist auch das Bilderverbot des Islam zu sehen. Da geht es nicht nur um bildliche Darstellungen, sondern um den umfassenderen Sinn von „sich ein Bild machen“ = eine Vorstellung dazu haben. Wenn der Mensch sich ein Bild von Allah macht, dann stülpt er der allmächtigen Kraft seine unvollkommene Vorstellung, entstanden aus bruchstückhaften Eindrücken, über und lästert damit bereits Allah, da er sich auf eine Stufe mit ihm stellt.
Da Vernunft etwas Menschliches ist, ist sie Allah nicht zu unterstellen. Er kann aus unserer Sicht sich vernünftig offenbaren, muss es aber nicht. Der Mensch hat seine Offenbarungen nicht zu hinterfragen, sondern zu befolgen, denn „Allah ist groß“ (Soll heißen: Es ist das Wesen von Transzendenz an sich, für den Menschen nicht begreifbar zu sein.)
Ratzinger weiter: "Der entscheidende Satz in dieser Argumentation gegen Bekehrung durch Gewalt (Anm: Durch den Byzantiner Kaiser Manuel II. Palaeologos) lautet: Nicht vernunftgemäß handeln ist dem Wesen Gottes zuwider. Für den Kaiser als einen in griechischer Philosophie aufgewachsenen Byzantiner ist dieser Satz evident. Für die moslemische Lehre hingegen ist Gott absolut transzendent. Sein Wille ist an keine unserer Kategorien gebunden und sei es die der Vernünftigkeit."
Und hier haben wir die (Ab-)Wertung Ratzingers, die jeden Muslim aufschreien lassen muss: Muslime handeln nicht vernunftgemäß und sie handeln damit dem Wesen eines universalen Gottes zuwider!
Diese Abwertung aber ist doppelt illegitim: Einserseits ist es natürlich das Recht (der Religionsfreiheit) der Muslime, einen anderen Gottesbegriff zu vertreten, als das (römische) Christentum. Mehr noch und viel wichtiger aber: Im Gegensatz zu dem, was Ratzinger unterstellt und als Meinung ausdrückt, sind die Dogmen und Glaubengrundsätze des Islam in sich ebenso stimmig, geschlossen und logisch im Rahmen einer Transzendenz, wie die christlichen.
Wie sehr dies zutrifft, macht der berühmte historische Dialog zwischen den Atomphysikern Albert Einstein und Nils Bohr Anfang des 20. Jahrhunderts klar, der exakt diesen Sachverhalt spiegelt. Auf Bohrs These, Elektromagnetismus (und damit auch Licht) könne wechselweise Wellen- oder Teilchencharakter annehmen (Er behielt letztlich Recht!), antwortete Einstein: „Gott würfelt nicht!“. Replik Bohrs: „Machen Sie Gott keine Vorschriften“. Man merke: Es geht hier um eine zentrale philosophische Frage, die selbst die hehre westliche Wissenschaft entzweite und bis heute entzweit.
Es ist daher völlig illegitim, dem Islam mangelnde Vernunft, Unlogik oder philosophische Rückständigkeit zu unterstellen. Vielmehr lassen Fragen, die sich auf Transzendenz beziehen, unterschiedliche, in sich logische Konstrukte als Antworten zu. Das ist schlichterdings das Grundwesen einer Beschäftigung mit Transzendenz.
Zurück zu Ratzinger: Das Studium seiner Rede macht klar, dass mitnichten von der muslimischen Welt Zitate aus dem Zusammenhang gerissen wurden und überhaupt der „Mohammed-Sager“ (Mohammed hätte nur Schlechtes und Übles in die Welt gebracht) lediglich Ratzingers Zitat des Kaisers Manual II gewesen wäre. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall. Erst im Gesamtkontext bekommt Ratzingers Rede den Sprengstoff und erst in der vollständigen Rede wird klar, welch Geistes Kind da spricht.
Außerdem verwendete Ratzinger diese mittelalterlichen Zitate nicht als Selbstzweck, als kabarettistische, auflockernde Einlagen, sondern mit einer Absicht, die alles andere als eine Aufwertung oder Anerkennung des Islam war.
Die Haltung zum Islam war allerdings nur ein Teilaspekt der Rede. Kern ist seine rhetorische Frage an ihn selbst "Was ist Vernunft" und seine Antworten darauf. Diese sind zunächst extremst eurozentristisch. Er fragt rhetorisch, ob die Verbindung von Vernunft und Gott nicht bloß als historische Verbindung griechischer Philososophie und des Christentums entstanden wären, als zufälliges Treffen des Christentums auf griechische Kultur aufgrund der geographischen Ausbreitung, verneint dies aber und meint: "Dies gilt für immer und in sich selbst". "Diese Begegnung, zu der dann noch das Erbe Roms hinzutritt, hat Europa geschaffen und bleibt die Grundlage dessen, was man mit Recht Europa nennen kann." In der Vernunft des europäischen Menschen spiegle sich Gottes Vernunft und dass sich griechische Philosophie mit christlichem Glauben verband, sei göttlicher Plan.
Er meint dann, dass aus der Christenheit anderer Weltteile oft die Ansicht geäußert wird, die Verbindung von griechischer Philosophie und Christentum sei eine erste Inkulturation des Christlichen gewesen, auf die man andere Kulturen nicht festlegen dürfe. Und diese fordern eben, hinter die Inkulturation historisch zurückgehen zu können und eine Inkulturation des Christlichen in ihre eigene Kultur durchzuführen. "Ihr Recht müsse es sein, hinter diese Inkulturation zurückzugehen auf die einfache Botschaft des Neuen Testaments, um sie in ihren Räumen jeweils neu zu inkulturieren." Dem erteilt er eine klare Absage. Beides ist purer Eurozentrismus.
Die Rede enthält auch, kaum verwunderlich, einen Angriff auf die Wissenschaft. Mathematik und Empirie unter Ausgrenzung von Göttlichkeit wäre eine „unzulässige Verengung der Vernunft“ und "Dieser Zustand ist für die Menschheit gefährlich"!
Ratzingers Abschlußkonklusio lautet: "In diesen großen Logos, in diese Weite der Vernunft laden wir beim Dialog der Kulturen unsere Gesprächspartner ein."
Im Grunde bedeutet dies nichts anderes, als dass wir nur mit denen sprechen, die unsere Vernunftdefinition teilen. Will heißen, eine griechisch philosophische unter Einschluss eines Gottbegriffs. Wer der reinen Empirie und/oder Mathematik anhängt, hat nichts zu suchen. Wer die griechisch philosophische Vernunftdefinition nicht teilt, hat nichts zu suchen. Wer eine nicht europäische Kultur einbringen möchte, hat nichts zu suchen. Das ist der exakte Kern seiner Rede.
Die gesamte Rede Ratzingers zeugt gleichzeitig von einem (philosophisch) hochgebildeten, intelligenten Menschen, der jedes einzelne Wort genau abwägt. Daher ist nicht davon auszugehen, dass ihm diese Provokation als Unachtsamkeit oder Unbedachtheit „passierte“.
In dieses Bild fügt sich der Bericht eines Vatikankorrespondenten mit hervorragenden Kontakten in den inneren Kreis des Vatikans, der schildert, dass Ratzinger vor wenigen Wochen intern ankündigte „eine schärfere Gangart gegenüber anderen Religionen, insbesondere gegenüber dem Islam einzuschlagen“. (1)

Die Reaktionen des Westens und Fragen des Autors

Ein Blick in Online-Foren, wie dem der österreichischen Tageszeitung Der Standard, genügt, um ein klares Bild davon zu bekommen, dass des „Volkes Stimme“, auch unter einer Intelligenzschicht, sich reflexartig hinter Ratzinger stellte, wobei das Ausmaß und der Inhalt der Angriffe gegen den Islam alarmierend sind. In rhetorisch abgemildeter Form zeigt sich dasselbe Bild in der politischen Führungsschicht. Die EU-Kommission drückt beispielsweise offen ihre Solidarität mit Ratzinger aus und bekräftigt, dass „keine weitere Entschuldigung nötig wäre“.
Aus fairer und sachlicher Warte sind folgende Fragen zu stellen: Die Muslime werden mit dem Vorwurf und der Unterstellung überhäuft, sie wären „Irre“ mit „grotesken Forderungen“, „gewaltbereit“ und „abgehoben jeder Realität alles ins Gegenteil verkehrend“. Wie verhält es sich dann mit den geballten Fäusten und den Rufen „Nur ein toter Muslim ist ein guter Muslim“ oder „Wir hatten offenbar schon zu lange keinen Kreuzzug mehr und ein neuer ist überfällig“ (beides Zitate aus „Standard“ Lesermeinungen).
Der gewaltbereite Islam: Aus welcher Sure stammt: „Ich bin nicht gekommen, Frieden zu stiften, sondern mit dem Schwert ... um den Mann zu entzweien von seinem Weib, den Sohn von seiner Mutter...“? Oder sollte das womöglich vom Propheten Jesus von Nazareth stammen? Und wurde jetzt der Erzengel Gabriel, der bekanntlich von Gott beauftragt die Meschen in einem unfassbaren Gemetzel dahinschlachten wird, erfolgreich den Muslimen unterschoben? Abgesehen davon, dass der selbsternannte Gottesbeauftragte George W. erfolgreich Blut und Feuer über die Muslime bringt.
In den Medien und erst recht in LeserInnenforen wird ständig das Bild der (bei uns lebenden) Muslime gezeichnet, die mit physischer Brachialgewalt Anders- oder Nichtgläubige dem Islam unterwerfen. Mit Verlaub: Hat jemand beobachtet, wie Moslemgruppen gewaltsam in die Wohnungen der zu Tode verängstigten WienerInnen eindringen, ihnen den Krummsäbel ansetzen und sie zum Tragen von Kopftuch und Bart zwingen?
Mit „Feuer und Schwert“ würde der Islam den Globus überzieht? Bitte um konkrete Belege dafür, wann und wo der Islam während des letzten Jahrhunderts sein Einflussgebiet massiv unter physischer Gewaltanwendung ausgeweitet hat. Sind nicht vielmehr gewalttätige Konflikte im islamischen Raum meist innerislamisch (und dann mit politischem Hintergrund) gewesen? Ist nicht die Ausbreitung des Islam in Afrika wieder rückläufig? Hat nicht der Islam während der letzten sechzig Jahre empfindliche Rückschläge hinnehmen müssen, etwa mit der Unabhängigkeit Indiens und der Hinduisierung, die zur Auflösung Gesamtindiens und zu zwei islamischen Nachfolgestaaten führte. Eine der letzten Gebietserweiterungen eines islamischen Staates auf Kosten eines nicht islamischen war die Einverleibung Westpapuas durch Indonesion als Irian Jaya vor Jahrzehneten. Wurden die dortigen Papua zwangsislamisiert? Falls nicht, dann kann mitnichten von einer gewaltsamen Verbreitung des Islam, sondern lediglich von einer Gebietsokkupation durch eine Staat gesprochen werden.
Wie kommt es, dass wirkliche (und faire) Kenner der Geschichte der Ausbreitung des Islam von dessen „synkretistischer Natur“ sprechen, wie etwa Prof. Helmut Lukas, Ethnologie in Wien? Ist vielleicht ein Teil des Erfolgs des Islam in Afrika oder Südostasien dadurch erklärbar, dass er es besser verstand als das Christentum, lokale Traditionen einzubinden, d.h. lokale Vorstellungen zu respektieren?
Als einer der hehren Werte des westlichen Abendlands werden Pluralität, Meinungsvielfalt und Demokratie genannt. Welche Weltreligion hat eine extreme Führerstruktur, einen totalen Zentralismus und einen autoritären Aufbau und lässt nicht die geringste Abweichung von der Lehrmeinung des Zentrums in anderen Weltteilen zu? Und welche Weltreligion ist zersplittert, von totaler Pluralität geprägt, kennt keinerlei globale Führungsstruktur und baut auf regionale religiöse Leitfiguren auf, was eine Vielzahl von Lehrmeinungen mit sich bringt? Der Islam oder das (römisch-katholische) Christentum?
Noch vor drei oder vier Jahren galt Ratzinger als ultrakonservativer Dogmatiker, an dem (als Leiter der Glaubenskongregation) jeglicher Vorstoß einer Kirchenbasis ebenso kalt abblitze, wie Wünsche christlicher Kirchen der Dritten Welt. Als ob Karol Wojtyla nicht schon rechts genug gewesen wäre, galt er zu Recht als sein rechter Einflüsterer. Ratzinger hatte gegenüber Karol Wojtyla die Rolle, die Mölzer gegenüber Haider hatte. Dann wird dieser Mann von einem engen Kreis konservativer Kardinäle zum Papst gewählt und nach jeder Logik müsste jetzt ein Aufschrei durch die christliche Basis gehen „Au weh, wieder verlorene Jahre“. Doch das Gegenteil passiert. In ekstatischer Entzückung skandieren ihm Millionen zu, eine Begeisterungswelle überzieht während mehrerer Monate den Kontinent und in Bayern wird sein vor zig Jahren den Besitzer gewechselter VW Golf ausgegraben und millionenteuer unter Fans versteigert. War da nicht was mit „Fanatismus im Islam“? Ach ja, Fanatismus ist per definitionem nur im Islam möglich. Was ist dann der „Papst Hype“ oder der „Radio Maria“-Hype in Polen?
Gerade im Zuge des „Integrationsberichts“ Prokopps stand der stereotype Vorwurf gegen Muslime im Raum, sie würden in einer hermetisch abgeschlossenen Welt leben und kein Interesse für das Gastland hegen. Wie könnten die Muslime vom Inhalt der Rede Ratzingers wissen und protestieren, wenn sie bzw. ihre religiösen Führer sich nicht damit beschäftigt hätten? Und wie sehr spricht es umgekehrt für die Weltoffenheit und das Interesse der Europäer, wenn sie derart wenig über den Islam wissen, dass ihnen mehrheitlich nicht einmal klar ist, dass er völlig regionalisiert und ohne zentrale Führung ist?

Die politische Dimension

Die geschilderten Vorgänge lassen nur einen politischen Befund zu: Der von Huntington beschriebene und eigentlich intendierte „clash of civilizations“ ist bereits im vollen Gange. Die von der westlichen politischen Führung gesteuerte Propaganda hat völlig gegriffen und die Muslime als das Feindbild Nummer 1 in Europa etabliert, von den USA ganz zu schweigen. Der jetzige Fall zeigt, dass eine sachliche Diskussion extrem schwierig geworden ist.
Das Feindbild Islam erfüllt für die Führungsschicht des Kapitals eine Funktion, die gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann. Sie macht die Muslime zum Sündenbock für die negativen Auswirkungen des neoliberalen Kapitalismus, die die Nichtkapitalbesitzer in unseren Ländern zu spüren bekommen. Die Sündenbockfunktion verhindert zuverlässig ein Aufbrechen von Antagonismen innerhalb unserer Gesellschaften. Nicht der planvolle Abbau jeglicher Privatheit und das Kontrollbedürfnis über alle BürgerInnen unserer Führungen wird etwa in den Augen des Volkes als Ursache der Errichtung eines umfassenden Überwachungsstaats gesehen, sondern die vermeintliche ständige Bedrohung durch muslimische Mörderbanden.


Reinhard Loidl
September 2006

(1) Das Interview wurde am 18.9. 2006 im Radio Ö1 Mittagsjournal gesendet.