Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 19 November 2006

Je antiamerikanischer, desto besser!

Eine Antwort auf den „Kommentar der anderen“ von Walter Baier


Walter Baier stellt uns in seinem „Kommentar der anderen“ (erschienen in ‚Der Standard‘ am 22. Juni 2006) mit dem Titel „Je ‚Anti’ desto besser?“ vor die Alternative: entweder Antonio Gramsci oder Carl Schmitt. Die eigentliche Alternative lautet jedoch: Antonio Gramsci oder Walter Baier. Ohne letzteren aufwerten zu wollen hat er in seinem Kommentar
einige Vorwürfe gegen die antiimperialistische Linke erhoben, die es zu beantworten gilt. Dem einfach gedachten Antiimperialismus stellt
Walter Baier die vielschichtig formulierten Alternativen der Sozialforen entgegen. Er bemüht dabei einen vollkommen verflachten Begriff von Hegemonie, den er als Bündnisfähigkeit durch Überzeugung definiert.
Hegemonie braucht jedoch historische Projekte, welche fähig sind, Massen zu begeistern. Dies geschieht laut Gramsci vor allem durch die Herstellung von Kohärenz. Der Antiimperialismus ist eine solche kohärente Alternative zur chaotischen Politik der Sozialforen. Damit erfüllt der Antiimperialismus als historisches Projekt, mehr noch als die Politik der Sozialforen,
eine wesentliche Voraussetzung zur Erringung von Hegemonie.
Der Vorschlag ist die Bildung einer antiimperialistischen Front, wie sie Hugo Chávez in seiner Rede am WSF in Caracas ebenfalls angeboten hatte. Die
Bildung einer solchen Front kann im globalen Maßstab jenes Projekt sein, das eine Anziehungskraft auf die unterdrückten Massen ausüben kann. Es
ist tatsächlich hinderlich, den alten Formeln der Leninschen Imperialismustheorie nachzuhängen. Es gab entscheidende und wichtige Veränderungen im kapitalistischen Weltsystem, denen man Rechnung
tragen muss. Doch aus diesen neuen Analysen muss man politische Konsequenzen ziehen. Die bloße Feststellung, der heutige Kapitalismus sei ein Transnationaler, bleibt ohne praktische Schlussfolgerung. Das entscheidend Neue ist, dass die zwischenimperialistische Konkurrenz, die sowohl den Ersten als auch den Zweiten Weltkrieg hervorbrachte, heute in
dieser Form nicht mehr existiert. Die USA versuchen ein weltweites Imperium zu errichten und sie ordnen sich alle anderen Mächte unter beziehungsweise kollaborieren jene bereitwillig mit dieser Großmacht. Die
USA sind der Hauptfeind, den es zu bekämpfen gilt. Der antiimperialistischen Linken wurde von Walter Baier vorgeworfen sie sei antiimperialistisch, antiamerikanisch und wir würde kein konkretes Projekt präsentieren. Wir stehen dazu: wir sind antiimperialistisch und antiamerikanisch, denn das sind die entscheidenden Bruchlinien, welche die Völker heutzutage aufrütteln. Der Kampf gegen das amerikanische Imperium verbindet die Völker in Afghanistan, Irak, Palästina, Bolivien und Venezuela. Das ist das
entscheidende Kettenglied um möglicherweise das zu produzieren, was Gramsci Hegemonie nannte.