Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 17 Februar 2006

Editorial


The Empire strikes back! In Europa hat ein kleiner politischer Umschwung stattgefunden, der dazu geführt hat, dass die bedingungslos proamerikanischen Kräfte deutlich an Dominanz gewonnen haben. Sarkozy konnte sich in Frankreich in einer Krise des Republikanismus bewähren und damit eine politische Richtung vorgeben, die speziell transatlantisch ausgerichtet ist. In Deutschland hat die große Koalition die CDU wieder an die Macht gebracht und damit auch jene Kräfte gestärkt, die sich bedingungslos den USA unterordnen. Die außenpolitischen Richtungsänderungen von Angela Merkel haben eine noch deutlichere Subordination unter die amerikanische Regierung bewirkt. Die rot-grüne Propaganda einer europäischen Eigenständigkeit gegenüber den USA wurde damit Lügen gestraft.

Weltweit gab es seit der letzten Ausgabe der Bruchlinien einige politische Brennpunkte: die Wahlen im Irak, der Wahlsieg Morales in Bolivien und damit die Stärkung der Linken am lateinamerikanischen Kontinent sowie der Aufstand der Jugendlichen in den Pariser Banlieues. Diese Brennpunkte zeigen Bruchlinien des imperialistischen Systems auf, zeigen deutlich einige Krisenmomente, in denen die Linke intervenieren kann. In unserer aktuellen Ausgabe haben wir uns bemüht einige dieser internationalen Brennpunkte aufzunehmen und uns damit auseinander zu setzen.

Österreich hat in der ersten Hälfte dieses Jahres die EU-Ratspräsidentschaft inne. Dies gibt uns Anlass erneut die Frage der EU zu debattieren. Stefan Hirsch zeigt in seinem Artikel die Krisenmomente der Europäischen Union nach. Eines der wichtigsten politischen Ereignisse im internationalen Rahmen war die Parlamentswahl im Irak. Führte diese Wahl zu einer Kapitulation des Widerstandes und kann man daher die Wahlen als Erfolg für die Amerikaner betrachten? Wilhelm Langthaler setzt sich mit dieser Frage eingehend auseinander. Die politische Problematik des Widerstandes wird hier nachgezeichnet, um deren Möglichkeiten unter den jetzigen Bedingungen auszuloten. Sebastian Baryli wirft einen kurzen Blick auf den Hintergrund des Konfliktes um das Atomprogramm des Irans. Dies wird in Zukunft von zunehmendem Interesse sein, da der Iran möglicherweise das nächste Opfer einer amerikanischen Aggression sein wird. Ein kurzer politischer Reisebericht von Margarethe Berger führt uns nach Südamerika. Sie schildert die Probleme und Aufgaben der Linken unter Chavez. Die Stärkung des bolivianischen Konzeptes am südamerikanischen Kontinent bleibt auch weiterhin von anhaltendem Interesse. Ein Interview mit Luz Perly Córdoba, der Präsidentin einer Bauernorganisation aus Kolumbien, bietet einen Einblick in die aktuelle Lage dort.
In Europa hat der Aufstand in den Pariser Vororten lange Zeit die Medienwelt dominiert. Die politisch korrekte Linke hatte sich sofort von den Jugendlichen distanziert. Stefan Hirsch wendet sich gegen diesen Reflex des politisch Korrekten und argumentiert für eine Unterstützung dieses Aufstandes. Diese Unruhen müssen jedoch auch im Lichte der französischen Politik beleuchtet werden, da die proamerikanischen Kräfte aus dieser Krise gestärkt hervorgegangen sind.
In einem weiteren Schwerpunkt haben wir soziale und ökonomische Probleme behandelt. Ein wichtiges Thema in den jüngsten Debatten nehmen prekäre Beschäftigungsverhältnisse ein. Irina Vana geht der Frage nach, ob sich aus diesen neuen Verhältnissen ein neues revolutionäres Subjekt herausbildet. Meinhard Creydt setzt sich in seinem Artikel mit dem Problem des Weltmarktes auseinander. Ist der Weltmarkt ein Sachzwang, den wir einfach nur zur Kenntnis nehmen können?

In unserem theoretischen Schwerpunkt nimmt die Frage des Kampfes um nationale Unabhängigkeit einen wichtigen Platz ein. Sebastian Baryli weist einen inneren Zusammenhang zwischen dem Kampf um die Nation und dem Konzept der Hegemonie von Gramsci nach. Wilhelm Langthaler setzt sich mit der Frage eines neuen revolutionären Subjektes auseinander. Die traditionelle Arbeiterbewegung hat politisch versagt. Wo lassen sich nun neue Ansatzpunkt für die Konstituierung eines politischen Subjektes erkennen, das Interesse an einer gesellschaftlichen Umwälzung hat?