Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 17 Februar 2006

Der Treibstoff der Emanzipation ist da

Kurze Anmerkung zu Sebastian Barylis Beiträgen in Bruchlinien Nr. 16


Wiewohl ich Barylis Ansatz für grundlegend richtig und fruchtbringend halte, geht doch ein m.E. unverzichtbares, konstitutives Moment für den Wiederaufbau einer kommunistischen Emanzipationsbewegung ab: Der kapitalistische Imperialismus hört nicht auf eine ganze Serie von sich gegenseitig beeinflussenden Widersprüchen hervorzubringen. Mit dem Scheitern des ersten kommunistischen Versuches sind diese Widersprüche entgegen allen Apologien nicht zurückgegangen, sondern gewachsen. Der „clash of civilisations“ mit dem Islam ist nur deren sichtbarster Ausdruck.

Baryli erliegt dem Glauben, dass die Krise des Kapitalismus, automatisch den Sozialismus produzieren würde. Er zeigt, dass ersterer durchaus noch und immer wieder aufs Neue über Lebenskräfte verfügt. Daraus wird in einem Gegenschluss falsch ermittelt, dass der Kapitalismus eben nicht in der Krise und die Kommunisten dementsprechend zu einer sektenhaften Randexistenz verurteilt seien.

Aus dem Schuss gegen den ökonomistischen Determinismus folgt, dass es die Totalität der Widersprüche ist, also die politisch-kulturelle Krise des Systems, von der aus es zu knacken war und ist. Wir müssen auf diese nicht warten, wir leben in ihrer Mitte, sie entfaltet sich täglich vor unseren Augen. Der Treibstoff, die Antriebskraft, für den Sturz des Kapitalismus ist also vorhanden. Die Totengräber des Kapitalismus, von denen Marx im Manifest spricht, sind zwar nicht mehr die europäischen Industrieproletarier. Doch die Verdammten dieser Erde betätigen sich umso fleißiger global an der Peripherie, die eigentlich keine mehr ist.

Das Problem dabei ist, dass sich die Widersprüche und damit die ihre Interessen formulierenden und um sie kämpfenden Menschen gegenseitig neutralisieren, so dass die imperialistische Elite auf ihnen balancieren kann. Es fehlt das universalistische, das diese Widersprüche bündelnde und gegen den Kapitalismus richtende Projekt, das nur der Kommunismus sein kann.

So sehr der kommunistische Wiederaufbau eine theoretische Aufgabe ist, so bleibt er in seinem Herzen jedoch Politik im Hier und Jetzt und zwar in der Weltgesellschaft, die Marx als Voraussetzung des Kommunismus nannte. Der neue Kommunismus kann sich nur durch seine praktische Tauglichkeit in diesem Kampf qualifizieren. „In der Praxis muss der Mensch die Wahrheit, i.e. Wirklichkeit und Macht, Diesseitigkeit seines Denkens beweisen.“ (2. These über Feuerbach) „Die Philosophen haben die Welt nur verschieden interpretiert, es kömmt darauf an, sie zu verändern.“ (11. These über Feuerbach)

Willi Langthaler