Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 14 April 2005

Editorial


Sun Hudson ist nicht mehr am Leben. Dem sechs Monate alten Säugling wurde in einem Spital in Texas Mitte März der Atemschlauch entfernt. Das Kind war schwerstbehindert, hätte sein Leben lang umgeben von lebenserhaltenden Maschinen verbringen müssen. Trotzdem wehrte sich seine Mutter gegen die Sterbehilfe. Allein, ihr fehlte das Geld für die Krankenversicherung.
Der 68-Jährige Spiro Nikolouzos ist hingegen noch am Leben. Seine Familie hat per Gerichtsbeschluss erwirkt, dass die Ärzte in seinem Spital in Houston noch nicht den Stecker ziehen dürfen. Allerdings: wenn die Angehörigen nicht in den nächsten Wochen das notwendige Geld für die Weiterversorgung des Patienten aufbringen können, wird sein Bett frei.
In Texas dürfen Spitäler lebenserhaltende Maßnahmen für ihre Insassen auch gegen den Willen der Verwandten einstellen, wenn die Rechnungen nicht bezahlt werden. Unterzeichnet hat dieses Gesetz für den „Survival of the financial fittest“ der ehemalige Gouverneur George Bush. Unter seiner Regentschaft wurde auch andersweitig aussortiert: 152 Todesurteile unterschrieb der jetzige Präsident der USA, mehr als die anderen 49 Gouverneure zusammen in derselben Zeit. Unter den Opfern waren auch Minderjährige und geistig behinderte Straftäter.
George Bush hat mit seinem Kriegszug gegen den Irak für etwa 100.000 getötete Zivilisten gesorgt, die Zahlen stammen von einem Institut in Baltimore. 1.533 amerikanische Soldaten sind im Irak bislang nach Angaben der US-Armee umgekommen. Auch zum Jahrestag des Kriegsbeginns weigern sich die USA und Großbritannien offizielle Statistiken der Todesfälle zu veröffentlichen.
Ob un- oder unterversicherte Amerikaner an der fehlenden medizinischen Betreuung krepieren, im Ghetto von Falludja so genannte „Aufständische“ über den Haufen geschossen werden oder in Abu Ghraib bzw. in Guantanamo Häftlinge an den Folgen der Folter sterben, das alles kümmert die Verteidiger des amerikanischen Kreuzzuges recht wenig. Die bizarre Religion, die das Leben von Untermenschen kalt lässt, aber für die „Kultur des Lebens“ von Ungeborenen und Wachkoma-Patienten demonstriert, kennt keine konfessionellen Schranken: Terry Schiavo war Katholikin, vor ihrer Klinik demonstrierten Vatikanhörige (der Ausspruch „Kultur des Lebens“ stammt schließlich vom sterbenskranken Papst) und protestantische Fundamentalisten gemeinsam mit den „Jews for Life“. Ihnen gemeinsam ist das Verständnis für die „Kultur des Todes“ der amerikanischen Außenpolitik von Kolumbien über Somalia bis zum Irak. Für sie ist Freiheit immer die Unfreiheit der Andersdenkenden.

In dieser Ausgabe der bruchlinien setzt sich Stefan Hirsch mit dem letzten Buch von Samuel P. Huntington auseinander, einem der führenden Theoretiker des aktuellen Herrschaftsgebildes der USA. Gastautor Josmar Kroner hat einen Text zur amerikanischen „Zivilreligion“ beigetragen, zum Verständnis des religionsübergreifenden Nationalismus made in USA. Zu diesem Schwerpunkt haben wir auch die Bilderstrecke im vorliegenden Heft erstellt: Innenansichten des protestantischen Fundamentalismus, der gemeinsam mit den Neocons die amerikanische Regierungspolitik dominiert.
Weiters beschäftigen wir uns in dieser Nummer mit der Wahlfarce im Irak, dem World Social Forum in Porto Alegre und der Doppelmoral des Westens anlässlich der Tsunami-Katastrophe. Gernot Bodner war in Venezuela und hat eine Analyse der dortigen Situation mitgebracht. Im Mittelteil veröffentlichen wir diesmal ein längeres Theoriepapier der Antiimperialistischen Koordination zu Europa und der Europäischen Union.

Viel Spaß beim Lesen wünscht
die Redaktion