Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 14 April 2005

„Bruch mit Weltsozialforum notwendig“

Darshan Pal ist Präsident des All Indian People’s Resistance Forum (AIPRF) und Veranstalter von Mumbai Resistance 2004 (MR)


WL: Vor genau einem Jahr fand in Mumbai MR 2004 als Treffen von antiimperialistischen Kräften parallel zum Weltsozialforum (WSF) statt. Welche Ergebnisse hat es gezeitigt?

Was Indien betrifft hat MR tatsächlich einen Prozess einer Einheitsfront der antiimperialistischen Linken auf den Weg gebracht. Das ist für indische Verhältnisse, wo die Linke höchst zersplittert ist, etwas wirklich neues. So konnten wir die gemeinsame Kampagne gegen die imperialistische Globalisierung, die die indische Bevölkerung sehr stark betrifft, weiterführen. Im vergangenen Oktober hielten wir in Kalkutta einen Nachfolgekongress ab, wo ein Koordinationskomitee gebildet werden konnte. Indes ist der Formierungsprozess nicht abgeschlossen und wir stehen mit verschiedenen Kräften, die sich noch unter dem Schirm des WSF befinden, in Verhandlungen.

Was die internationale Ebene betrifft, so hat uns MR eine ganze Reihe von wichtigen neuen Kontakten gebracht. Es gibt einen regen Meinungsaustausch vor allem auch über die Möglichkeit weiterer praktischer Koordinierungsschritte. Unser gemeinsames Verständnis in Abgrenzung zum WSF besteht darin, dass wir den Krieg der USA und die Globalisierung als Ausdruck des imperialistischen Systems verstehen, das es mit diesen zu bekämpfen gilt. Nun muss es vor allem darum gehen die richtigen Formen gemeinsamer Aktionen zu finden, denn uns fehlen im Gegensatz zum WSF die finanziellen Mittel.

WL: Haben Sie eine Botschaft für die Teilnehmer des WSF in Porto Alegre, Brasilien?

Ja, wir würden es ausserordentlich begrüssen, wenn die antiimperialistischen Kräfte Brasiliens und auch die internationalen Teilnehmer sich hoerbar machen würden indem sie Protestaktionen durchführen, so ähnlich wie wir es mit MR versucht haben. Es ist besonders wichtig, dass sich gerade am Geburtsort des WSF eine antiimperialistische Alternative konstituiert. Das WSF hat nach wir vor kein klares Verständnis von der Globalisierung. Es reduziert sie auf die ökonomische Ebene und spart die politisch-militärische aus. Darum ist das WSF nicht bereit gegen die Globalisierung den antiimperialistischen Widerstand – wie beispielsweise heute im Irak – zu unterstützen. Ich denke nicht, dass es da in der Führungsgruppe einen Meinungsumschwung geben wird. Im Gegenteil, dass WSF ist dabei an seinen Widersprüchen zu zerbrechen. Die konsequenten Teile rufen wir nun zur Zusammenarbeit auf.

WL: Es kursieren Vorschläge nicht mehr dem WSF hinterherzulaufen, sondern ein eigenständiges Antiimperialistischen Forum zu bilden. Einige denken, dass angesichts des anerkannten Erfolgs von MR Indien sich als Austragungsort anbieten würde.

Ja, MR hat zumindest gezeigt, dass ein solches Treffen nicht nur den Nerv trifft, sondern in Indien auch möglich ist. Mit der Krise des WSF wird ein Antiimperialistisches Forum immer mehr zur dingenden Notwendigkeit. Ich denke, dass wir die Kraft haben auf unseren eigenen Füssen zu stehen. Doch inhaltlich müssen wir einen Schritt weiter gehen und klar machen, dass unserer letztendliches Ziel der Aufbau einer sozialistischen Ordnung bleibt.

Willi Langthaler
London, 17. Januar 2004