Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
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Nr. 14 April 2005
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Nr. 12 September 2004
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Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
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Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Aktuell

...Pack verträgt sich - Kriegsgefahr steigt

Annäherung zwischen Frankreich und den USA auf Kosten Syriens und des Iran lässt die Gefahr einer US-Aggression steigen


Die transatlantischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich auf der einen Seite, und den USA auf der anderen, haben deutlich an Schärfe verloren. Schon diesen Sommer hat sich George Bush auf seiner texanischen Ranch erfreut gezeigt über „die sehr aktive Rolle, die Deutschland in Afghanistan spielt“. Am 23. Februar wird ihn schließlich seine erste Reise nach seiner erneuten Vereidigung als amerikanischer Präsident nach Deutschland führen – wenngleich noch andere Stationen geplant sind und Bush nicht nach Berlin, sondern Mainz kommt. Auch von der anderen Seite des Atlantik kommen Signale: Die UNO Resolution 1546, die die Besatzung des Irak legitimiert, wurde sowohl von Frankreich als auch von Deutschland unterstützt. Kürzlich erklärte man sich dann bereit die irakischen Staatsschulden großteils zu streichen und Sicherheitsbeamte des Marionettenregimes auszubilden. Paris besteht auch nicht mehr auf einen Zeitplan für den Abzug der Besatzungstruppen im Irak: als Konzession der USA ist in der Resolution 1546 eine grundsätzliche Verpflichtung zum Truppenrückzug verankert, ohne zeitliche Vorgaben kann dieser allerdings auf den St. Nimmerleinstag verschoben werden. Es scheint der französische Außenminister Barnier ist erhört worden, wenn er sich am 11. Jänner in der International Herald Tribune „neue Beziehungen“ und „mehr politischen Dialog“ wünscht, um die USA davon zu überzeugen, dass die französischen Führung keineswegs feindselig gegenüber amerikanischen Interessen sei.

Besorgniserregend ist freilich nicht nur die Einigung am heutigen Kriegsschauplatz, sondern auch am morgigen. EU und USA sind gemeinsam entschlossen eine Atombewaffnung des Iran mit allen Mitteln zu verhindern – diese würde zu einer Verschiebung der im Augenblick für den Westen und Israel sehr günstigen Kräfteverhältnisse in der ganzen Region führen. Gerade die USA suchen auch nach einem Vorwand für den Abschluss ihrer nahöstlich-zentralasiatischen geopolitischen Strategie. Der Iran ist der letztlich entscheidende Angelpunkt für die imperiale Neuordnung der Region, abgeschlossen ist diese erst, wenn eine US-Marionette in Teheran an der Macht ist.

Mitte Jänner wurde aufgedeckt, dass US-Spezialeinheiten bereits im Iran operieren – für eine militärische Aggression sind die politischen Voraussetzungen aber noch nicht gegeben. Wenn der Iran bisher seine Verbündeten und Agenten unter den irakischen Schiiten zu weitgehender Zusammenarbeit mit den USA gedrängt hat, hätte ein US-Angriff selbstverständlich die gegenteilige Reaktion zu Folge. Vor der Fortsetzung ihres Kriegszuges muss die Bush-Administration daher den Irak halbwegs stabilisieren und wenigstens einen Teil der schiitischen Führungsschicht enger kooptieren. Im weiteren muss die Achse Iran-Syrien-Libanon-Hezbullah gebrochen werden – sie gibt der Führung in Teheran die Möglichkeit die gesamte Region in einen Krieg hineinzuziehen und macht die ohnehin erheblichen politischen Risiken einer US-Aggression gänzlich unwägbar.

Gerade in diesem Bereich ist die französische Kollaboration mit den amerikanischen Interessen offensichtlich. Die Resolution 1559 des Weltsicherheitsrates, in der der syrische Truppenabzug aus dem Libanon, sowie die Entwaffnung der Hezbullah gefordert wird, wurde unterstützt. Der Druck auf Damaskus und Beirut wird intensiviert – nun auch von französischer Seite: Die Unterstützung der Hezbullah muss beendet, das Bündnis mit Teheran gebrochen werden.

Diese neue Phase der Zusammenarbeit zwischen Frankreich und den USA erhöht nicht nur die Wahrscheinlichkeit eines erneuten US-„Präventivkrieges“, sie zeigt auch deutlich welche Rolle Paris für sich selbst beansprucht. Man möchte eine eigenständige Rolle im Nahen Osten spielen, bei der Aufteilung der Beute beteiligt werden, ist nicht bereit als Vasall der USA zu agieren, wohl aber als deren Juniorpartner. Würde der Elysée-Palast tatsächlich eine Weltmachtrolle für sich und Europa beanspruchen – die Politik müsste eine entgegen gesetzte sein. Eine konkurrierende Großmacht in spe könnte niemals die US-Kontrolle über die wichtigsten Ölfelder der Welt akzeptieren.