Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

Verkaufstellen:: Beiträge:: Impressum&Kontakt:: Abo:: Info mail:: Werben
suche:

 

 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 12 September 2004

Editorial


Editorial

Es ist schon verwunderlich. Bereits der Begriff „Pensionsharmonisierung“ würde jede normale Oppositionspartei, die sich dieser Bezeichnung nicht schämt, zu einer landesweiten Kampagne einladen. Nicht so die österreichischen. Jeder neue Terminus im an Zynismus immer reicheren Wortschatz des Neoliberalismus wird kaum noch beachtet und der geschickt unauffällige Sozialabbau der Regierung stillschweigend ignoriert.
Wäre man in Österreich Populist, es gäbe viel zu holen. Einer, den dieses Land vor kurzem herausgebracht hat, steht mittlerweile wieder am Büffet in Brüssel und beobachtet argwöhnisch seine vielen, vielen Kollegen – zur Pensionsdebatte wäre ihm wahrscheinlich nicht viel eingefallen.
Einer, der mit dem sozialen Unmut zumindest kokettierte, ist bereits dem fortwährenden Kärtner Sonnenstich zum Opfer gefallen, während seine Partei von verblödeten Rechtsextremen in den wohlverdienten Abgrund getrieben wird.
Stefan Hirsch hat sich in dieser Ausgabe der bruchlinien mit dem Phänomen Populismus beschäftigt und auch die genannten österreichischen Beispiele untersucht. Dem ewigen Starrsinn der Linken, in Panik vor den Protestwählern Zuflucht bei den neoliberalen Hütern der Demokratie zu nehmen, wird dabei auch der notwendige Platz eingeräumt.
In Deutschland sind hingegen ein paar der Geschröpften aufgewacht und blasen trotz sozialdemokratischer Regierung zum Protestmarsch. Während einige noch nicht ganz erwachsene Linke lieber die Nazis auf den neuen Montagsdemonstrationen zählen, organisieren PDS, attac und Gewerkschaft einen sozialen Protest in (für das vereinigte Deutschland) beträchtlichem Ausmaß. Vielleicht bleibt ja was über vom Widerstand gegen Hartz IV, auf das entschlossen antikapitalistische Kräfte aufbauen können. Wir haben die Fotostrecke in diesen bruchlinien in weiser Voraussicht dem sozialen Protest in Deutschland gewidmet. Einige der auf den Bildern abgelichteten Transparente und Plakate zeigen auch gleichzeitig die politischen Beschränkungen vieler Demonstranten, aber schließlich ist nach Jahrzehnten des sozialen Burgfriedens eine radikale Ablehnung des Kapitalismus noch weit davon entfernt, die Betroffenen zu erfassen.
Da sich die Ereignisse im Irak auch eineinhalb Jahre nach Kriegsbeginn noch immer überschlagen, fällt die Einschätzung von Willi Langthaler zum Kampf um Najaf in der angemessenen Kürze aus – bereits im nächsten Monat könnte die US-Armee vor neuen, unlösbaren Aufgaben stehen. Länger beschäftigt er sich hingegen mit den möglichen strategischen Überlegungen der USA, dem Irak eine „indirect rule“ ähnlich dem historischen britischen Vorbild zu verpassen. Auch dieses Unterfangen steht auf sehr wackeligen Beinen. Und das ist gut so.

Stefan Kainz