Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 11 Mai 2004

Editorial


"Kill Bill” heißt es auf den Straßen von Falluja, Najaf und Bagdad. Wenn auch die gewieften Taktiker und Strategen im Pentagon ihre Pläne von der amerikanischen Urbarmachung des Irak nie so recht geglaubt haben mögen, so bitter hätten sie sich die Realität im Jahr Eins nach dem Überfall wohl nicht vorgestellt.

Mit dem Aufstand der Schiiten ist den USA und ihren nicht ganz so wagemutigen Allierten ihre letzte Hoffnung auf einen schnellen Übergang zur gemäßigten Kolonialverwaltung genommen. Selbst ihre wenigen verbliebenen irakischen Sympathisanten im Übergangsrat äußern immer offener Kritik.
Als Antwort wählen die USA eine laltbewährte Taktik im Krieg gegen den irakischen Widerstand: Sie schießen auf alles, was sich bewegt. Abseits öffentlicher Berichterstattung wird die Bevölkerung von Falluja von Strom, Wasser und Lebensmitteln abgeschnitten, als Draufgabe feuern Kampfhubschrauber in dicht besiedelte Gebiete oder die Infanterie vor der Stadt knallt auf alles, was ihr vor das Visier kommt.
Zumindest die amerikanischen Toten lassen sich nicht länger verschweigen: Der Betreiber der Webseite www.thememoryhole.org erwirkte einen Beschluss gegen das amerikanische Militär, mit dem die Herausgabe von Bildern erzwungen wurde, die die Überstellung der Särge toter amerikanischer Soldaten aus dem Irak dokumentieren. In dieser Ausgabe der bruchlinien sind einige der Fotos zu sehen.

Im Berlusconi-Italien, dem wir in der vorliegenden Nummer einige Artikel gewidmet haben, fährt man mit der Opposition zum Militäreinsatz im Irak immer härter ins Gericht. Am 1. April verhaftete die italienische Polizei drei Genossen des Antiimperialistischen Lagers in Umbrien. Begründet wurde der behördliche Einsatz mit der angeblichen Unterstützung der türkischen DHKC durch die italienischen Aktivisten, eine linke Organisation, die wegen ihres Kampfes gegen das Militärregime in Ankara auf die Schwarze Liste der EU gesetzt wurde.

Fast gleichzeitig mit der Inhaftierung der Genossen wurde auch die von ihnen publizierte Webseite www.iraqlibero.net außer Kraft gesetzt, die zur Unterstützung des irakischen Widerstands gegründet wurde. Während der italienische Einsatz im Irak weiter andauert, wird die Opposition daheim mittlerweile ins Gefängnis gesperrt und ihr Recht auf freie Meinungsäußerung beschnitten. Nach drei Wochen Haft wurden die Aktivisten vor kurzem entlassen, die mit ihnen eingesperrten türkischen Genossen müssen aber weiter im Gefängnis bleiben. Regelmäßige Informationen zu den Aktionen der italienischen Justiz finden die Leser der bruchlinien unter www.antiimperialista.org.

Stefan Kainz