Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 9 November 2003

Mumbai Resistance 2004

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Von 16. bis 21. Jänner 2004 findet in Mumbai, Indien, die Tagung des Weltsozialforums statt. Damit wird dieses Treffen zum ersten Mal in seiner dreijährigen Geschichte außerhalb Brasiliens abgehalten. Ebenso neu ist, dass es in Indien auch eine zweite internationale Veranstaltung zum gleichen Termin geben wird, die den antiimperialistischen Pol in der Antiglobalisierungbewegung repräsentiert. Mumbai Resistance 2004 soll keine Konkurrenzveranstaltung oder gar Gegenveranstaltung zum Weltsozialforum sein, es versteht sich vielmehr als eine notwendige Ergänzung dazu.

Die Idee zu dieser Veranstaltung wurde auf dem Antiimperialistischen Lager Thessaloniki Resistance 2003 im Rahmen der Proteste gegen den EU-Gipfel in Thessaloniki geboren. Im Juli 2003 wurde schließlich endgültig von der Internationalen Koordinationsgruppe der Internationalen Liga der Volkskämpfe (ILPS) beschlossen, Mumbia 2003 zu organisieren. Zu den internationalen Organisationen, welche dieses Treffen vorbereiten und unterstützen, gehört neben der ILPS auch die Antiimperialistische Koordination, BAYAN von den Philippinen, die Linke Front aus Ungarn sowie türkische und griechische Organisationen. Die indischen Organisationen, darunter auch das Gesamtindische Volkswiderstandsforum (AIPRF) gehören der militanten Linken an und besitzen in den jeweiligen Bundesstaaten, in denen sie aktiv sind, eine starke Massenbasis.

Zentrales Anliegen der Organisatoren ist es, die schwammige Losung des Weltsozialforums „Eine andere Welt ist möglich“ zu überwinden und stattdessen konkret eine andere sozioökonomische Struktur, die mit dem Bestehenden radikal bricht, vorzuschlagen. Es gilt die Globalisierung als imperialistische Hegemonie im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Bereich abzulehnen und nicht dem Irrglauben zu verfallen, dass diese reformiert werden könnte. Doch nicht nur die Wirtschaftspolitik, sondern auch die Antiterrorpolitik, die jüngsten imperialistischen Angriffe auf Afghanistan und den Irak sowie Umweltzerstörung und Frauenunterdrückung finden Eingang in das Programm der Workshops und Seminare, die während Mumbai Resistance 2004 abgehalten werden sollen.

Neben diesen allgemeinen internationalen politischen Bezugspunkten wird auch der besonderen indischen Situation Rechnung getragen. Der Kampf gegen die Auslandsschuld, das Kastensystem und die äußerst chauvinistische Hindutva-Bewegung werden eine tragende Rolle spielen. Die zunehmende Spaltung der Gesellschaft entlang kommunaler Grenzen wird mit Sorge betrachtet und die von den reaktionären Hindus angegriffenen Minderheiten der Moslems, Sikhs, Christen und Dalits (Unberührbare) verteidigt.

Es bleibt abzuwarten, ob durch Mumbai Resistance 2004 die antiimperialistische Strömung in der Bewegung gegen die Globalisierung gestärkt werden kann.

Doris Arztgruber