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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

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Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 7 Mai 2003

Zum Aufstand im Warschauer Ghetto

„Die symbolische Bedeutung kann nicht überschätzt werden”:Anlässlich des sechzigsten Jahrestages des Aufstandes im Warschauer Ghetto geben wir einen Vortrag wieder, den der Politikwissenschafter John Bunzl auf einer Gedenkveranstaltung im Wiener Vorstadtzentrum XV gehalten hat.


Am 19. April 2003 jährte sich der Aufstand der Juden im Warschauer Ghetto zum sechzigsten Mal. Er ist zu einem Symbol für den antifaschistischen Widerstand überhaupt geworden. Im Angesicht der Deportation in das Vernichtungslager Treblinka erhob sich die jüdische Bevölkerung des Warschauer Ghettos gegen die militärisch weitaus überlegenen nationalsozialistischen SS- und Polizeiverbände, als diese versuchten das Ghetto aufzulösen. Nicht die Aussicht auf Sieg trieb die Menschen in diesen verzweifelten Kampf, sondern der unbeugsame Wille, sich nicht widerstandslos in ihr Schicksal fügen zu wollen.

Am 1. September 1939 fällt die Deutsche Wehrmacht in Polen ein, bereits sechs Jahre nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und einer jahrelangen antisemitischen Indoktrinierung sämtlicher Bereiche der Gesellschaft. Daher kam es beim Einmarsch in Polen von Anfang an zu pogromartigen Ausschreitungen. Ein unvorstellbarer Leidensweg der jüdischen Bevölkerung begann.

Die deutsche Besetzung Polens

Polen unterschied sich von Westeuropa. Es war das Land, mit dem höchsten Anteil an jüdischer Bevölkerung. Es gab ungefähr 3,5 Millionen Juden in der polnischen Zwischenkriegsrepublik. In den Städten [stellten die Juden] oft fast die Hälfte der Bevölkerung, manchmal sogar die Mehrheit. Es handelte sich um eine sehr differenzierte, sozial uneinheitliche Bevölkerung, mit allen politischen Strömungen, die es insgesamt und in der jüdischen Bevölkerung gegeben hat. Durch den Hitler-Stalin-Pakt war es zu einer Aufteilung Polens gekommen. Bis 1941 hatte die deutsche Wehrmacht nicht ganz Polen besetzt, sondern der östliche Teil, heute Teile von Litauen und der Ukraine, war bis 1941 sowjetisch besetzt. Durch den massiven Charakter des deutschen Einmarsches und die unglaubliche Gewaltanwendung, besonders die Bombardierung von Warschau – Warschau musste am 28. September 1939 kapitulieren – war auch der Widerstand von Anfang an mit ungeheuren Schwierigkeiten konfrontiert.
Kurz einige Worte zu den politischen Strömungen in der jüdischen Bevölkerung, obwohl das nach der Okkupation durch die Deutschen nicht mehr relevant war: Interessanterweise hatte bei den letzten freien Wahlen in Polen unter der jüdischen Bevölkerung der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund, genannt Bund, eine Mehrheit gewonnen. Der Bund war eine sehr interessante Partei. Er war 1897 gegründet worden, war Mitbegründer der russischen Sozialdemokratie (...). Er unterschied sich von den zionistischen Strömungen durch die Vorstellung, dass die Juden eine einheimische, eine lokale Minderheit darstellen, die eine Perspektive in ihren Wohngebieten finden muss und die versuchen muss mit den anderen revolutionären oder linken Bewegungen die jeweiligen Regime zu stürzen und eine Demokratie herbeizuführen, die auch für die Juden bestimmte Autonomierechte hätte garantieren sollen. Wichtig ist es auch daran zu erinnern, dass im Unterschied zu Westeuropa die überwiegende Mehrheit der Juden in Polen nicht assimiliert war. Sie sprachen eine eigene Sprache, das Jiddische, (...) und unterschieden sich in mehr als nur in ihrer Religion, wenn sie überhaupt religiös waren, von der übrigen Bevölkerung.
Ein wichtiger Punkt, der den Bund charakterisierte, war, dass er durch seine Philosophie Kontakte zur polnischen sozialistischen Bewegung, zur PPS und zu anderen polnischen Linksparteien hatte, die eine kleine Rolle dabei spielten, dass es überhaupt möglich war, im Ghetto Widerstand zu leisten. Der Bund unterschied sich demnach von den anderen Fraktionen, die weniger Kontakte zur polnischen Außenwelt hatten. Unter den unglaublich drakonischen Bedingungen der Naziokkupation war es für Polen aber noch viel gefährlicher Juden zu helfen, als es hier in Österreich oder in anderen Ländern Westeuropas gewesen wäre. Die mangelnde Unterstützung der jüdischen Bevölkerung in Polen durch die Polen oder durch politische Kräfte der Polen war nicht nur auf vorhandenen Antisemitismus zurückzuführen, sondern auch auf die unglaubliche Repression, die jegliche Unterstützung von Juden nach sich gezogen hätte. Viele Juden wurden der Gestapo und den Nazis ausgeliefert, indem sie denunziert wurden. Auch manche Polen, die Juden versteckten, haben sie dann verraten. Es gab auch, eine traurige Tatsache, Antisemitismus im polnischen Widerstand, zwar mehr im bürgerlichen Widerstand, aber auch im nichtbürgerlichen. Wenn es Juden gelungen war, zu den Partisanen zu flüchten, ist es auch vorgekommen, dass sie von den Partisanen entweder nicht aufgenommen oder sogar manchmal getötet wurden.

Das Ghetto in Warschau

Nach sehr vielen Schikanen, Ausgrenzungen und Aushungerungen wurde im Oktober 1940 das Ghetto in Warschau eingerichtet. Es wurden in jeder größeren und kleinern Stadt Ghettos eingerichtet, um die jüdische Bevölkerung zu konzentrieren. Die Juden selbst wussten nicht, was genau der Zweck dieser Einrichtung, der Ghettos war. Es ist auch nicht ganz klar, ob die Nazis von Anfang an wussten, was sie weiter unternehmen würden. Es wurden nicht nur die Juden aus Warschau selbst, sondern auch aus der Umgebung hingepfercht in ein kleines Viertel, das total übervölkert war und fast eine halbe Million Menschen unter extrem schlechten Bedingungen, Ernährung, extreme Ausbeutung, keine Gesundheitsversorgung usw. aufnehmen musste.
Es wurden in allen Ghettos von den Nazis sogenannte Judenräte eingerichtet. Das ist ein Thema, an dem man das ganze Dilemma der Eingeschlossenen nachvollziehen kann. Denn die Judenräte sollten der deutschen nationalsozialistischen Kriegswirtschaft Arbeitskräfte zur Verfügung stellen und gleichzeitig für Ruhe im Ghetto und für die reibungslose Abwicklung der Maßnahmen der Nazis sorgen. (...) In den meisten Fällen nahmen die Judenräte an, dass bei den Deutschen – es wurde entweder Nazis oder Deutsche gesagt – das normale kapitalistische Interesse an der Ausbeutung von Arbeitskraft vorhanden wäre, dass die Arbeitskraft, also der kapitalistische Nutzen, ein Interesse der Okkupanten sein würde. Die Logik war, dass wenn man diese Arbeitskraft zur Verfügung stellte, wenn man sich als nützlich erwies, dann die Chance bestünde, wenigstens teilweise zu überleben. Um diese Überlegung umzusetzen rieten die Judenräte von Widerstandshandlungen ab. Das ist auch im Nachhinein verständlich, denn die kleinste Widerstandshandlung zog unglaubliche Repressalien nach sich, zehnfache, zwanzigfache Tötungen wegen irgendeiner Kleinigkeit. Obwohl uns im Nachhinein der Widerstand als heroisch erscheint, [erschien er aus der damaligen Perspektive] unter Umständen auch verantwortungslos, in dem Kontext, in dem sich die jüdische Bevölkerung befand.
Ein (...) Fall dieses Dilemmas war im Ghetto Lodz zu beobachten, das die Deutschen Litzmannstadt nannten. Dort gelang es dem Vorsitzenden des Judenrates Chaim Rumkovsky, obwohl er alle Kinder der Vernichtung preisgeben musste, das Ghetto selbst in einem kleineren Ausmaß mit einigen zehntausend Leuten bis August 1944 zu erhalten. Da waren die sowjetischen Truppen schon in Hörweite und wenn die Nazis ein bisschen länger interessiert gewesen wären die armen Arbeiter in Lodz auszubeuten, dann hätte seine Taktik vielleicht Erfolg gehabt. Doch im August 1944 wurde das Ghetto auch in Lodz geräumt und die Leute nach Auschwitz deportiert. Es sind fast alle umgekommen und die Sowjets sind erst später, also zu spät, für die Rettung der Juden in Lodz [eingetroffen].
In Warschau konnte der Vorsitzende des dortigen Judenrates dieses Dilemma nicht ertragen, er hieß Adam Czerniakow. Er beging Selbstmord, weil er sich nicht mehr in der Lage sah, den Nazis alle Bedingungen zu erfüllen, in der Annahme, dass dann wenigstens einige überleben könnten. Er war nicht bereit das zu tun. Es gibt bis heute eine innerjüdische Diskussion, ob man diese Judenräte als Kollaborateure oder als ehrenhafte Vertreter der Bevölkerung ansehen sollte.

Der Aufstand

Ab Mitte 1942 wurden nicht nur Konzentrationslager, sondern effektive Vernichtungslager errichtet, deren einziger Zweck – es wurde dort nicht gearbeitet – die Vernichtung von Menschen war. Das für Warschau zuständige Lager war Treblinka und ab Mitte 1942 rollten die Züge vom Umschlagplatz Warschau dorthin. Die Leute wussten zunächst nicht, was dort passierte. Doch schön langsam hat es sich doch [herumgesprochen]. Niemand kam zurück. Zum Zeitpunkt des Aufstandes im Warschauer Ghetto war die übergroße Mehrheit der 500.000 Menschen, die im Warschauer Ghetto gelebt hatten, schon vernichtet. Es gab zum Zeitpunkt des Aufstandes maximal 60.000 Juden im Ghetto. Im Oktober 1942 – der Aufstand fand im April 1943 statt – entstand im Ghetto eine jüdische Kampforganisation, ein Zusammenschluss sämtlicher Verbände. Zionisten, Nichtzionisten, das spielte schon keine Rolle mehr. Es gab nur eine rechte Gruppierung, Betar, die sich nicht anschloss, das war aber irrelevant. Unter diesen schrecklichen Bedingungen war die jüdische Kampforganisation höchstens 200 bis 220 Menschen stark. Anfang 1943 beschloss die deutsche Führung auch das Ghetto Warschau zu liquidieren, sämtliche Einwohner, die noch übrig geblieben waren, zu vernichten. In dieser Situation entstand der Entschluss einen Aufstand zu wagen, wobei es nicht die geringste Illusion gab, diesen Aufstand zu gewinnen. [Niemand glaubte], dass es möglich sein würde, die deutsche Wehrmacht, die damals ganz Europa beherrschte, durch zweihundert Mann zu besiegen. Es ging, wie man sagte, nur um die Art des Sterbens. Für diese Menschen, die sich am Aufstand beteiligten, war es ein Unterschied, ob man mit der Waffe in der Hand starb, oder ob man in einem Lager vergast wurde. Die wenigen Waffen, die die Leute im Warschauer Ghetto verwenden konnten, wurden durch das Kanalsystem [hineingeschmuggelt]. Das Ghetto war von riesigen Mauern umgeben, es war hermetisch eingeschlossen, aber man konnte manchmal durch das Kanalsystem auf die – wie es hieß – arische Seite überwechseln. Auf diese Art kamen ein paar Waffen in das Ghetto, Gewehre, Granaten, ein, zwei Kanonen.
Natürlich war es für die Deutschen eine Überraschung, dass es, als sie in das Ghetto fuhren, um es zu liquidieren, plötzlich einen Angriff gab. Die Deutschen erlitten auch einige Verluste. Der Aufstand dauerte ein paar Wochen, doch hat er damit geendet, dass die Deutschen das Ghetto anzündeten und die Leute entweder in den Häusern verbrannten, oder noch herunterspringen konnten und dann umgebracht wurden. Manche flüchteten sich in die Kanalsysteme. Die Deutschen pumpten schließlich Gas in die Kanalsysteme. Ganz wenige haben überlebt, denen es gelungen ist, auf die andere Seite hinüberzugelangen. Es gibt auch einige wenige, die sich am allgemeinen Warschauer Aufstand, der ein Jahr später stattfand, beteiligten.
Der Warschauer Ghettoaufstand hat eine enorme symbolische Bedeutung. Es verbreitete sich sehr bald die Nachricht darüber, in Polen selbst, aber auch international. In gewisser Weise ist er eine Legende geworden. Ich glaube allerdings, dass er überschätzt wird. Die symbolische Bedeutung kann man nicht überschätzen, aber die militärische schon. Es besteht, glaube ich, kein Grund ihn zu idealisieren oder heroisieren.
Es war für die jüdischen Opfer, aber nicht nur [für sie], eine unerträgliche Vorstellung, man sei wie Schafe zur Schlachtbank gegangen und man hätte sich nicht gewehrt. In diesem Ethos des Sich-Wehrens wird das Warschauer Ghetto als Paradebeispiel angesehen. Doch es gab auch andere Gruppen, die sich nicht wehren konnten, es hatte nichts wirklich spezifisch Jüdisches an sich. Wenn man bedenkt, dass Millionen sowjetischer Kriegsgefangene auch ohne sich wehren zu können getötet wurden, ausgehungert, oder sonst irgendwie [umgebracht wurden], und das waren immerhin Soldaten, wehrhafte Männer - dann liegt das nicht in der Mentalität, sondern einfach in den Absichten der Deutschen selbst begründet.

„Mein Tod ein Protest...“

Ich möchte abschließend ein meiner Meinung nach sehr berührendes Dokument zur Kenntnis bringen. Nach 1939 flüchteten polnische Politiker nach London, wo es eine Exilregierung gab, der auch ein Vertreter der jüdischen Bevölkerung angehörte.(1) Er war zufällig auch ein Angehöriger des Bundes und er beging aus Protest gegen die Untätigkeit der ganzen Welt – wie er sie damals erlebte – angesichts der Vernichtung der Juden in Polen Selbstmord. Er hat einen Brief hinterlassen, den ich euch vorlesen will. (...)

„Innerhalb der Ghettomauern spielt sich gegenwärtig der letzte Akt einer Tragödie ab, wie sie die Geschichte noch nicht verzeichnet hat. Die Verantwortung für das Verbrechen der Ermordung der gesamten jüdischen Bevölkerung in Polen tragen in erster Linie die Mörder selbst. Indirekt aber lastet sie auch auf der gesamten Menschheit, auf den Völkern und Regierungen der verbündeten Staaten, die sich bisher nicht bemüht haben, konkrete Aktionen zur Einstellung dieses Verbrechens durchzuführen. Indem sie passiv der Ermordung von Millionen wehrloser zu Tode gequälter Kinder, Frauen und Männer zugesehen haben, sind diese Länder zu Helfershelfern der Verbrecher geworden. Ich möchte auch erklären, dass die polnische Regierung, obwohl sie in großem Maße dazu beigetragen hat, einen Einfluss auf die Weltöffentlichkeit zu gewinnen, nichts dergleichen getan hat, was dem Ausmaß des sich gegenwärtig in Polen abspielenden Dramas entspräche.
Von den ca. 3,5 Millionen polnischen und den 700.000 aus anderen Ländern nach Polen deportierten Juden lebten im April 1943, nach Informationen des Leiters der Untergrundorganisation Bund, die uns von Delegierten der Regierung zugesandt wurden, nur noch 300.000 und die Ausrottung geht pausenlos weiter.
Ich kann nicht ruhig bleiben, ich kann nicht leben, während die Reste des jüdischen Volkes in Polen, dessen Vertreter ich bin, liquidiert werden. Meine Kameraden im Warschauer Ghetto sind mit der Waffe in der Hand im letzten heldenhaften Kampf gefallen. Es war mir nicht beschieden, so wie sie zusammen mit ihnen zu sterben. Aber ich gehöre zu ihnen und zu ihren Massengräbern. Durch meinen Tod möchte ich den schärfsten Protest gegen die Passivität zum Ausdruck bringen, mit der die Welt der Ausrottung des jüdischen Volkes zusieht und sie duldet. Ich weiß, dass ein Menschenleben in unserer Zeit wenig bedeutet. Da ich jedoch zu Lebzeiten nichts tun konnte, trage ich vielleicht durch meinen Tod dazu bei, dass die Gleichgültigkeit derjenigen gebrochen wird, die die Möglichkeit haben, vielleicht im letzten Augenblick die noch am Leben gebliebenen polnischen Juden zu retten.
Mein Leben gehört dem jüdischen Volk in Polen und deshalb opfere ich es ihm. Es ist mein Wunsch, dass die Reste, die von den Millionen polnischer Juden übrig geblieben sind, zusammen mit der polnischen Bevölkerung die Befreiung in einer Welt der Freiheit und der sozialistischen Gerechtigkeit erleben werden. Ich glaube daran, dass ein solches Polen entsteht und dass eine solche Welt kommt.“

[Dieser berührende Brief zeigt,] dass noch in dieser letzten Phase die sozialistische Vorstellung vertreten wurde, dass die Juden, zumindest die, die übrig bleiben, in Polen gemeinsam mit Polen einen Neuanfang starten und eine sozialistische gerechte Gesellschaft aufbauen werden. Diese Hoffnung ist in so vieler Weise enttäuscht worden, dass von dieser Strömung nicht sehr viel übrig geblieben ist. Ein Grund für das Fehlen oder für die Schwäche von universalistischen Positionen innerhalb der jüdischen Bevölkerung und leider auch in Israel hat hier seine Wurzel.

Wien, 13. April 2003

(1) Es handelte sich um Shmuel Ziegelbaum.
Der Vortrag wurde redaktionell bearbeitet.