Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 4 November 2002

Auf Seiten Iraks

Internationale Leninistische Strömung


Auf Seiten Iraks

Die seit 1990 andauernde, von den USA geführte Intervention gegen den Irak - vom Krieg 1991 über das Jahrzehnt des Embargos, unzählige Luftangriffe und dem nun in Vorbereitung befindlichen neuen Krieg, hat einen ganz eindeutigen Zweck. Es geht den USA um die Kontrolle und Beherrschung des Nahen Ostens und um den Erhalt der globalen Vorherrschaft. Die amerikanisch-britische Intervention hat damit einen klassisch imperialistischen Charakter. Im Gegensatz zu vergangenen Interventionen versuchen dies die Herren im Weißen Haus kaum mehr zu verstecken und selbst die westliche Presse muss dies allenthalben zugeben.
Die katastrophale Misere der Massen der arabischen Welt hängt ursächlich mit der amerikanischen Vorherrschaft in der Region zusammen. Während sie sich die Ölreserven aneignen, fördern sie kooperationsbereite Ölscheichtümer in willkürlich gezogenen Grenzen, die die übergroße Mehrheit der Araber in extremer Armut belassen. Allerorts und allen voran in Ägypten haben sie diktatorische Marionettenregime eingesetzt, die die Bevölkerung ausplündern. Und zu guter Letzt stehen sie hinter Israel, das die Palästinenser massakriert und vertreibt und als größte Militärmacht der Region im Dienste der USA die arabischen Nachbarn in Schach hält.
Wer sich dieser imperialistischen Architektur nicht unterzuordnen bereit ist – und das hat der Irak mit der Invasion Kuwaits getan – wird mit allen Mitteln, eben auch militärischen, bekämpft.
Ganz egal wie diktatorisch das Regime Saddam Husseins sein mag (alle proamerikanischen Regimes der Region sind es ebenso und Israel ist gar ein Apartheid-Staat), Hoffnung für die arabischen Massen kann es nur geben, wenn das amerikanische Joch gelockert und schließlich abgeschüttelt wird. Eine Niederlage der USA würde der Bewegung der Volksmassen einen gewaltigen Auftrieb geben und alle proamerikanischen Diktaturen in Frage stellen. Es mag sein, dass der Baathismus dadurch kurzzeitig gestärkt würde, aber auch das irakische Volk würde über kurz oder lang den Wind der Freiheit aus der Region spüren. Umgekehrt würde ein Erfolg der USA das Elend der Massen noch drückender machen und würde die Diktaturen der Region stärken, einschließlich des rassistischen Israel und der Türkei.
Diese Position der Verteidigung eines unterdrückten, halbkolonialen Landes gegen den Imperialismus ist ein grundlegendes Prinzip revolutionärer antiimperialistischer Politik. Kommt es zu einem Konflikt zwischen solchen Ländern, dann sind die jeweiligen Formen der Regime zweitrangig. Denn im Hintergrund steht der Konflikt der unterdrückten und ausgebeuteten Volksmassen mit der imperialistischen Bourgeoisie. Der Sieg der „westlichen Demokratie” stärkt den Imperialismus, während der Sieg der „halbkolonialen Diktatur” letztlich den Volksmassen mehr Bewegungsspielraum gibt, denn sie sind es tendenziell, die diesen Kampf ausfechten und ihr Blut geben müssen.

Internationale Leninistische Strömung