Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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 Aktuell

Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 3 September 2002

Über Moslemfaschisten und die Vernichtung der Doofen

Deutsche Ex-Linke im Kriegswahn nach dem 11. September. Eine Zitatauswahl.


US-amerikanische Militärschläge gegen islamische Zentren hätte jeder bis auf weiteres zu begrüßen, der die Emanzipation von der Warenform, von Markt und Staatlichkeit nach wie vor als Bedingung menschlicher Selbsttätigkeit, mithin des Eintritts aus der „Vorgeschichte“ in die „Geschichte“ (Marx) begreift. Sollte wirklich Afghanistan das erste Ziel eines US-Gegenschlages sein, wäre zu fordern, dass dieser so konsequent wie möglich erfolgt, d. h. einen Sturz nicht nur des Taliban-Regimes, sondern auch die Verhinderung weiterer islamistischer Herrschaft bewirkt und nicht auf Afghanistan beschränkt bleibt.

Stellungnahme der BAHAMAS-Redaktion vom 14. September 2001
„Auch an diesem Punkt geht es nicht darum, irgendein Ziel auszusuchen, sondern es ist für mich eindeutig, wer die Haftung für die Anschläge vom 11. September dieses Jahres zu übernehmen hat. Er hat sie übernommen. Es ist eindeutig, dass das Talibanregime nicht nur die eigene Bevölkerung unterdrückt, sondern dass das Talibanregime Osama Bin Laden und sein Netzwerk aktiv unterstützt und ihm Rückzugsmöglichkeiten bietet. An dieser Erkenntnis führt kein Weg vorbei. Wir meinen es ernst damit, dass es sich hier um eine Gefahr für den Weltfrieden handelt. Ich bin der festen Überzeugung: Wenn wir nichts tun, werden weitere Aktionen folgen. Es wird nicht so sein, dass Zuwarten irgendetwas Positiv verändern wird. Auch wenn wir uns in anderen Bereichen politisch und humanitär engagieren, wird es nicht so sein, dass irgendetwas anders werden wird. Wir werden mit dieser Herausforderung fertig werden müssen. Das ist die ganze bittere Wahrheit.“

Rede Joschka Fischers im Deutschen Bundestag, 8. November 2001

„Aber wenn etwas am amerikanischen Imperialismus positiv zu bewerten ist, dann ist es genau das amerikanische Element: die globale Zerstörung ethnischer und religiöser Identität, die Vernichtung des (oft gewalttätigen) Idylls der Doofen und Zurückgebliebenen.

Christian Y. Schmidt in der Jungle World vom 26. September 2001

Die nächste und wichtigste Aufgabe in der globalisierten Welt wird sein, die Staatenwelt als umfassenden Ordnungsrahmen zu festigen. Wo immer die Staatlichkeit zerbricht, zerbricht auch ein Stück UNO-Ordnung. Wachsendes Elend und Terrorismus bedingen sich nicht gegenseitig. Aber beide entspringen staatlicher Unfähigkeit. Der UNO einen sich ausdehnenden Kernbestand von stabilen, untereinander verbündeten demokratischen Staaten einzubeziehen, ist das wichtigste Element einer neuen Weltordnung. Den USA fällt dabei heute wie schon bei der Gründung der UNO eine Schlüsselrolle zu. Das ist der tiefste Grund, warum Solidarität mit den USA im Kampf gegen den Terrorismus zur Staatsräson aller Demokratien gehört.

Joscha Schmierer „Der Weltmarkt und der Weltterrorist“, Tagesspiegel vom 6. Oktober 2001

„Wer ausgerechnet anlässlich der Terrorangriffe unvermittelt über Bush und die Todesstrafe redet, außenpolitische Verbrechen der USA, derer es wahrlich genug gibt, aufzählt, oder vor dem Erstarken eines sinistren protestantisch aufgeladenen Moralrigorismus warnt, betreibt bereits die Geschäfte der Moslemfaschisten.“

Stellungnahme der BAHAMAS-Redaktion vom 31. Oktober 2001

Die Frage stellt sich allerdings, in welcher Form heute auf bewusste und wirkungsvolle Weise Partei zu ergreifen überhaupt möglich ist. Der Schutz potenzieller Opfer des antisemitischen Terrors ist fraglos das oberste Kriterium. Ihm Rechnung zu tragen und sich dabei an linken Stammtischen in die Entscheidungsgremien der USA hineinzuversetzen, um über sinnvolles politisches und militärisches Eingreifen nachzudenken, entspricht der realen Paradoxie, ein Linker in Deutschland, in Europa zu sein.

Gerhard Scheit „Das Böse ist nicht das Böse“, Jungle World vom 2. Oktober 2001