Zeitschrift für eine neue revolutionäre Orientierung

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Die Zeitschrift Bruchlinien hat eine Phase der Abwesenheit durchlebt. Nun erscheint sie wieder in neuer Form unter dem Titel "Intifada - Zeitschrift für den antiimperialistischen Widerstand". Der Online-Auftritt bleibt jedoch weiter bestehen.

Podiumsdiskussion: Was war die Sowjetunion?

 

 Ausgaben

Nr. 21 Herbst 2007
Nr. 20 Frühjahr 2007
Nr. 19 November 2006
Nr. 18 Mai 2006
Nr. 17 Februar 2006
Nr. 16 November 2005
Nr. 15 Juni 2005
Nr. 14 April 2005
Nr. 13 November 2004
Nr. 12 September 2004
Nr. 11 Mai 2004
Nr. 10 Jänner 2004
Nr. 9 November 2003
Nr. 8 September 2003
Nr. 7 Mai 2003
Nr. 6 März 2003
Nr. 5 Jänner 2003
Nr. 4 November 2002
Nr. 3 September 2002
Nr. 2 Juli 2002
Nr. 1 Mai 2002

 

 Rezensionen

Filmkritik zu Snyders Verfilmung der Comicvorlage






Nr. 2 Juli 2002

Das spanisch-amerikanische Sicherheitsabkommen

Absolute US-Kontrolle über das westliche Mittelmeer


Am 10. April 2002 unterzeichnete die spanische Regierung ein militärisches Kooperationsabkommen mit den USA, in welchem Spanien Erleichterungen beim Kauf amerikanischer Waffen und geheimdienstliche Informationen über Staaten, die als künftige Feinde gelten können, in Aussicht gestellt werden. Als Gegenleistung können die USA die Militärbasis Rota in der südspanischen Region Cadiz erweitern und erhalten freie Hand für geheimdienstliche Aktivitäten auf spanischem Boden. Politische Beobachter in Spanien sprechen von einer Verletzung der Staatssouveränität. Spanien ist somit das erste europäische Land, das den USA offiziell derart weitgehende Zugeständnisse macht.
Das Abkommen gilt als eine Verlängerung eines Abkommens, das 1988 unterzeichnet wurde und jährliche Ratifizierungen vorsah. Die diesjährige Ratifizierung wurde nach den „neuen Kriterien” des 11. September gestaltet.
Spanien erhält durch dieses Abkommen vertrauliche Informationen über die Nachbarländer (Marokko, Algerien und Tunesien). Das Abkommen macht Spanien auch zu einem US-Verbündeten im Range von Kanada, England und Australien und öffnet der amerikanischen Waffenindustrie den spanischen Markt. Die spanische Armee erhält moderne amerikanische Waffen und Technologien.
Die Expansion der amerikanischen Militärbasis Rota macht sie zum größten amerikanischen Militärposten im Ausland. Der Ausbau der Landungsfelder des befähigt die Basis dazu, alle Teile der amerikanischen sechsten Flotte aufzunehmen und dadurch wird Rota zum strategischen Stützpunkt aller künftigen amerikanischen Pläne im Mittelmeerraum.
Die spanische linke Opposition vergleicht dieses Abkommen mit dem Abkommen von Utrecht 1713, das damals England die Kontrolle über Gibraltar übertrug. Die spanische Zeitung „La Razón” wunderte sich in ihrem Kommentar über die paradoxe Haltung der Regierung, die einerseits die Rücknahme von Gibraltar fordert und anderseits den USA eine ähnliche Kontrolle über den Westteil des selben Landstriches überträgt. Die Linke spricht auch von einem „schmutzigen Krieg” der amerikanischen Geheimdienste, der auf spanischem Boden geführt werden wird.
Ein weiterer Aspekt ist der Konflikt Spaniens mit Marokko über die von Spanien besetzten Städte Céuta und Melilla. Traditionellerweise verknüpften die spanischen Regierungen die Verhandlungen über die zwei Städten mit den Verhandlungen mit England über Gibraltar. Seit Anfang der 90er Jahre lehnt Spanien jegliche Absprache über die zwei Städte ab und führt separate Geheimverhandlungen mit England. Marokko verschiebt seine politische Offensive, bis eine Lösung für den Konflikt in der Westsahara erreicht wird. Dies erklärt die spanische Unterstützung der vormals von den sozialistischen Ländern unterstützten Polisario-Front, die für die Unabhängigkeit der Westsahara kämpft.
Für die spanischen Militärs ist ein Angriff Marokkos auf Ceuta und Melilla ein mögliches Szenario, das ausgenützt wird, um die Militärausgaben zu erhöhen und neue Waffen zu kaufen. Marokko, heute ebenfalls ein enger Verbündeter der USA, sieht sich nun mit einer Militärbasis konfrontiert, die 30 km von Tanger entfernt liegt und künftig seinem Anspruch auf die besetzten Städte Ceuta und Melilla im Wege stehen kann.

Ali Nasser